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Test und Spielkritik für das Brettspiel, Bauspiel, Mehrheitenspiel Capitol

Capitol

Die Baumeister der Ewigen Stadt

Die alten Römer. Sie wussten so Vieles, das später verloren ging, sie hatten so viele Errungenschaften, die später in Vergessenheit gerieten und sie hatten sehr viele schöne alte Gebäude die teilweise dem Erdboden gleichgemacht wurden.
Noch aber blüht Rom auf und noch liegt es an den Spielern Villen, Amphitheater und Tempel zu errichten um Rom zum Blühen zu bringen. Wem dies am besten gelingt, geht ein in die Annalen der "Ewigen Stadt".

Auf Roms sieben Hügeln ist noch wenig los. Einge Brunnen sind schon errichtet, die großen und pompösen Villen aber, in denen einst die Bewohner Roms, die man noch heute gut kennt, leben werden, stehen noch nicht. Aber dazu gibt es ja uns Spieler, die mit einigen Holzklötzchen und farbigen Dächern dafür sorgen, dass Rom zur prächtigsten Stadt der Antike wird.

Der Spielplan zeigt drei unterschiedlich farbige Bereiche, die wiederum in je drei Präfekturen eingeteilt sind. So gibt es 9 ausgewiesene Baugebiete. Jeder Spieler bekommt vier vorgefertigte Villen, je zwei mit zwei Klötzchen und je zwei mit einem Klötzchen. Diese Villen sind schon fertig, da sie Dächer in der Spielerfarbe haben. Je zwei mit Spitzdach und je zwei mit Runddach. In eine farbige Region darf als erstes Haus immer nur eines gesetzt werden, das ein Stockwerk hoch ist. Danach dürfen es nur Häuser sein, die gleichhoch oder höher sind als das bisher höchste Haus. Auch muss man darauf achten, dass in einer Präfektur nur gleiche Dächer zu finden sind und in den drei Präfekturen einer Farbe nicht überall die gleichen Dächer über Rom ragen.
Capitol - Romaufbauspiel von Schmidt Spiele In jeder der neun Präfekturen gibt es einen großen Bauplatz, der später im Spiel bebaut wird, entweder mit einem Amphitheater oder mit einem Tempel. Diese beiden Gebäude geben einen Vorteil im Spiel, so gibt es mit dem Amphitheater mehr Karten und der Tempel verdoppelt alle Punkte einer Präfektur.
Wie aber geht das alles vor sich? Nun, jeder Spieler bekommt zu Anfang neun Karten, je drei Dächerkarten, drei Baumaterialkarten und drei Bauplatzkarten. Mit den Dächerkarten schließt man ein Gebäude ab, das man vor sich angefangen liegen hat. Mit den Baumaterialkarten erhält man zwei Holzklötze, die man auch sofort verbauen muss. Entweder beginnt man ein neues Haus oder erweitert ein schon angefangenes. Häuser mit Dächern sind fertig und können nicht mehr erweitert werden.
Die Bauplatzkarten geben vor, in welchem farbigen Gebiet man bauen darf. Zudem haben alle Karten eine zweite Funktion. Sie zeigen oben einen Geldwert, den man nach der Bauphase nutzen kann, um auf Extragebäude zu bieten.
Reihum spielt jeder Spieler eine Karte und folgt ihren Anweisungen. Hat man einmal gepasst ist man raus und darf nicht wieder einsteigen. Erst wenn alle Spieler gepasst haben, kommt es zur nächsten Phase, der Versteigerung. Zuerst kommen immer zwei Brunnen unter den Hammen, dann, nach den ersten beiden Runden je ein Amphitheater und in den folgenden Runden je ein Tempel. Zum Bieten nehmen die Spieler ihre verbleibenden Karten auf die Hand und legen die "STOP"-Karte an die Stelle im Haufen, bis zu der sie bieten wollen. Dann legen alle Spieler ihre Kartenstapel vor sich ab und beginnen aufzudecken. Der Spieler mit dem höchsten Gebot bekommt den ersten Brunnen, dann geht es um den zweiten Brunnen und schließlich um das Amphitheater. Der Sieger eine Auktion kann sich entscheiden, in welche Präfektur er seine erworbene Immobilie platziert. Brunnen geben immer einen Extrapunkt, Amphitheater bringen 2 und 1 Exrakarte und Tempel verdoppeln alle Punkte einer Präfektur.
Sind alle erworbenen Plättchen platziert, kommt es zur Wertung der Präfekturen. Der Spieler mit den meisten Holzklötzchen in einer Prefäktur bekommt zwei Punkte plus je einen Punkt für einen Brunnen. Die anderen Spieler bekommen nur für Brunnen Punkte, müssen aber natürlich auch mit mindestens einem Haus repräsentiert sein.
In den Präfekturen mit Amphitheater bekommt der Spieler mit den meisten Klötzchen zwei zusätzliche Karten und der Spieler mit den zweitmeisten eine Karte. Reihum mit dem amtierenden Startspieler nehmen sich die Spieler 6 Karten von den drei offenen Kartenstapeln, oder mehr, wenn sie dürfen.
Capitol - Romaufbauspiel von Schmidt Spiele
Das Interessante an "Capitol" sind die Baurunden, in denen man sich gut überlegen sollte, welche Häuser man baut (Runddach, Spitzdach); wie hoch die Häuser sein sollten, damit man noch Punkte bekommt, oder seinen Vorsprung ausbauen kann; welche Karten man auf der Hand behalten will um damit in der nächsten Phase zu bieten; und in welche Präfekturen man überhaupt bauen will, da einige nach zwei Runden schon nicht mehr sehr interessant sind, oder andere sehr interessant geworden sind.
Das Spiel hat natürlich einen gewissen Glücksfaktor. Wenn ich neue Karten nehmen darf, aber die obersten drei Karten der Bauplätze nur eine Farbe zeigen - gemischt wird nämlich nicht, nur wieder umgedreht - dann werde ich sicherlich nicht noch eine Karte von dem Stapel nehmen, da ich bestimmt auch andere brauche, um meine Wünsche zu realisieren. Aus diesem Grund ist es auch sehr wichtig in einer Präfektur mit Amphitheater als Erster oder Zweiter vertreten zu sein, damit man mehr Karten nehmen darf und so mehr Auswahl hat.
Dennoch ist das Spiel auch sehr taktisch, besonders das Bieten um die Sondergebäude ist spannend. Mal will keiner einen Brunnen, dann wieder geht er für 21 Sesterzen über den Tisch. Oft aber bringen gerade die Brunnen und später die Tempel die Punkte, die wichtig für den Sieg sind.
Alles an Capitol gefällt, nur nicht die Siegpunktzählleiste. Sie muss zuerst zusammengeklebt werden und dann kommen die Siegessäulen darunter, mit denen man die Punkte anzeigt. Dieser Mechanismus ist sehr störanfällig, da ein leichtes Gegenkommen alles verändern kann. Eine Umsetzung wie bei Carcassonne, die wir auch bemühten, wäre besser gewesen. Aber da hatte wohl ein Grafiker eine schlaue Idee...

In unserer Runde kam da Spiel sehr gut an, die taktische Tiefe, die es bietet ist auf mittlerm Niveau, das Glück oder Unglück kann jeden treffen und es gibt keinen Startspielervorteil, da es genügend Präfekturen gibt, um in ihnen sein erstes Haus zu platzieren.
Für ein paar Euro bei ebay oder auf dem Flohmarkt lohnt sich Capitol immer noch, auch als Vollpreisspiel hätte sich der Kauf gelohnt.

Sie sollten Capitol kaufen, wenn Sie:
Sie sollten Capitol nicht kaufen, wenn Sie:
- gerne Aufbauspiele spielen- nicht gerne Aufbauspiele spielen
- eine gelungene Mischung aus Material, Glück und Taktik suchen- Spiele mit Holz nicht mögen
- gerne sehen, wie es um alle Spieler steht und so eine Taktik ausballdowern- unter Latein in der Schule leiden mussten


Kurzinfos zu
Capitol

Gesamtbewertung

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Strategie / Taktik
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Glück / Zufall
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Interaktion
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Anleitung / Material
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Spielspaß
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Preis / Leistung
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Autor
Alan R. Moon & Aaron Weissblum
Verlag
Schmidt Spiele
Erscheinungsjahr
2001
Spieleranzahl
2 - 4
Dauer
ca. 60 - 90 Min.
Alter
ab 10 Jahren
Preis
ca. 22 €


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