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So gerne ich den Film Der Herr der Ringe auch mochte, der Merchandise-Overkill NERVT!!! Und zwar GEWALTIG!!! Der Spielesektor geht inzwischen über an Produkten, die sich die LOTR-Ettiketten aufkleben. Dementsprechend habe ich irgendwann beschlossen (und zwar irgendwann zwischen LOTR - Die Suche und LOTR – Das Duell), um die Ring-Produkte endgültig einen weiten Bogen zu machen. Und so findet sich in meiner Sammlung gerade mal Reiner Knizias "Der Herr der Ringe" und das überraschend gute "Der Herr der Ringe – Die Entscheidung", das trotz seiner Stratego-Ähnlichkeit wunderbar funktioniert.
Phalanx aber nun schlug erbarmungslos zu: Der Verlag, der sich eher durch historische Strateger einen Namen macht (Das Zeitalter Napoleons, Der Erste Weltkrieg, Waterloo, Norden & Süden, …) bringt ein Spiel auf den Markt, das sowohl die Reise der Gefährten inkl. Events wie den Balrog, Kankras Lauer oder Galadriels Spiegel, also auch die epischen Schlachten der Völker gegen Saurons Orks, Sarumans Uruk Hais und Saurons verbündete Süd- und Ostvölker beinhaltet. Ein Muss für alle Ring–Fans… zu denen ich mich allerdings nur bedingt zähle, da ich die Filme zwar sehr gern mochte, die Vorlage meiner Ansicht nach aber aufgrund seiner Geschwätzigkeit, der Fülle an unnötigen Infos, die dazu führen, dass die wichtigen Infos wie Isildurs Geschichte unter den Tisch fallen, der platten, eindimensionalen Figuren und seinem unangefochtenen Ersten Platz in der Meisterschaft des sinnlosen Blablas über besseres Mittelmaß nicht hinauskommt.
Der Versuch, beide wichtigen Elemente der Geschichte sinnvoll zu verweben ist ein ebenso dünnes Eis wie die Conclusio und das Ende von Stephen Kings Dark Tower – Saga: Die Chance, dass es voll nach hinten losgeht steht ca. 50:50, es benötigt einen sehr talentierten Autor, um das nicht zu vergeigen. Der Herr der Ringe – Der Ringkrieg hatte gleich DREI davon, und Di Meglio, Marco Maggi und Francesco Nepitello sind lebender Beweis, dass viele Köche nicht immer den Brei verderben.
Das Spiel ist für 2 Spieler ausgelegt. Zwar kann man es auch zu dritt oder zu viert spielen, aber dass es dann noch so funkt, wage ich zu bezweifeln: Jede Partei – Der Spieler des Lichtes und der Schattenspieler - sind in Einheiten unterteilt: Der Schattenspieler befehligt die Orcs und Höhlentrolle Mordors, die Uruk Hais Isengarts und die Süd- und Ostlinge, Saurons menschliche Verbündete. Der Spieler des Lichtes verfügt über die Nördl. Allianz, Rohan, Gondor, die Elben und die Zwerge im Gebirge des Nordens. Auf einem monumentalen Plan werden diese Einheiten zu Beginn aufgeteilt. Außerdem verfügt jede Seite auch noch über Charaktere: Der Schattenspieler steuert Saruman, den Hexenlord von Angmar und Saurons Mund (die allerdings zu Spielbeginn noch inaktiv sind), der Spieler des Lichtes hat alle Hobbits (wobei Frodo und Sam als eine Figur dargestellt sind), Gandalf den Grauen bzw. in späterer Folge Gandalf den Weißen, Streicher bzw. in späterer Folge Aragorn, Boromir, Legolas und Gimli.
Jede Seite hat zwei Möglichkeiten zu gewinnen: Die Guten können 4 militärische Punkte sammeln (was aber ziemlich schwierig ist, v.a. da eine einmal besiegte Armee der Guten aus dem Spiel ist, während die Armeen Saurons immer wiederkommen) oder den Ring vernichten (das wahrscheinlichere Ende für die Gefährten). Sauron kann gewinnen, indem er es schafft, dass Frodo dem Ring verfällt bzw. auf dem Weg nach Mordor ein finales Ende nimmt (was beides durch Korrumpierungspunkte angezeigt wird) oder er kann 10 militärische Punkte sammeln.
Wie läuft das ganze jetzt von sich (oje, das wird wieder ein Endlosreview...): Der Hauptmotor des Spieles sind rot- und blaugefärbte Würfel, die vor Beginn eines Zuges gewürfelt werden, und die zeigen, welche Aktionen der Spieler tätigen kann: Rekrutieren von Armeen, Agieren mit Armeen, Agieren mit Personen bzw. von Personen und Anführern geführten Armeen oder Ziehen und Ausspielen von Ereigniskarten. Sauron muss zu Zugbeginn eine Anzahl an Würfel für die Jagd auf die Gemeinschaft des Ringes beiseite legen (dazu später mehr), gewinnt aber dafür zusätzliche Jagdwürfel durch gewürfelte Augen. Der Spieler des Lichtes hat dafür auf seinen Würfel ein „Wille des Westens“ – Zeichen, das er beliebig einsetzen kann und für bestimmte Aktionen gewürfelt werden muss (z.B. Umwandlung Streichers in Aragorn). Außerdem besitzt der Spieler des Lichtes noch die drei Elbenringe, mit denen er seine Würfel auf eine bestimmt Seiten (ausgen. Wille des Westens) drehen kann, die aber danach in den Besitz des Schattenspieler übergehen, der jeden Ring nun ebenfalls einmal nützen kann, bevor sie komplett aus dem Spiel genommen werden.
Auf dem monumentalen Plan sind Dörfer, Städte und Festungen beider Seiten aufgedruckt. Diese haben verschiedene Punktewerte, wenn diese in die Hand des Gegners fallen. Die Armeen bekämpfen einander, indem beide Spieler die Anzahl normaler W6 würfeln, die der Anzahl der kämpfenden Armeen (höchstens jedoch 5 Würfel), jede 5 und 6 ist ein Treffer. Sind außerdem noch Anführer, Gefährten, die fliegenden Nazgul, Saruman, Saurons Mund und/oder der Hexenkönig von Angmar bei diesen Einheiten, können Würfel neu gewürfelt werden. Das ganze wird noch verfeinert durch Kampfkarten, die der Spieler ausspielen kann, durch Städte oder Befestigungen, in denen beim ERSTEN Angriff pro Runde nur bei einer 6 getroffen werden, und Festungen (Helms Klamm, Minas Tirith, Lorien, Minas Morgul…) in die der Verteidiger sich zurückziehen kann, worauf eine Belagerung folgt. Einheiten in belagerten Festungen trifft der Angreifer nur bei einer 6 und der Kampf dauert nur eine Runde (es sei denn, der Angreifer opfert Elite-Einheiten, deren Eigenschaft darin besteht, dass sie, wenn besiegt, durch reguläre Einheiten ersetzt werden, also 2 Lebenspunkte haben). Der Nachteil für die Belagerten: Auf freiem Feld kann man in einem Land bis zu 10 Einheiten aufstellen, in Festungen nur 5.
Im militärischen Kampf haben aber die Einheiten Saurons einen entscheidenden Vorteil: Eine besiegte Einheit des Schatten kann neu rekrutiert werden, eine besiegte Einheit des Lichtes ist endgültig aus dem Spiel. Neu rekrutiert kann aber nur werden, wenn sich das entspr. Land bereits im Krieg befindet. Zu Beginn des Spieles (übrigens der Zeitpunkt nach der Besprechung in Elronds Haus) ist das KEIN Land, die Völker müssen erst auf der Politikleiste in den Krieg ziehen und in manchen Fällen erst aktiviert werden.
Die für den Spieler des Lichtes wesentlich wahrscheinlichere Möglichkeit zu gewinnen besteht darin, den Ring zu zerstören. Das funktioniert folgendermaßen: Der Spieler kann Frodo und Sam, die durch eine Figur dargestellt werden und nicht getrennt werden können, versteckt bewegen. Sobald er das tut, kann Sauron sie suchen, indem er eine bestimmte Anzahl von W6 würfelt, die sich aus zu Beginn des Spielzuges bereitgelegten Jagdwürfel (eine größere mögliche Anzahl je größer die Gemeinschaft des Ringes noch ist) und aus Würfelergebnissen beim Aktionswürfel herleitet. Ist mindestens eine 6 darunter, hat er Erfolg und ein Plättchen bestimmt, was genau passiert. In den meisten Fällen muss Frodo seinen Marker auf der Korrumpierungsleiste weiterziehen oder einen Gefährten (falls vorhanden) opfern, und durch viele Plättchen wird die Gemeinschaft außerdem „entdeckt“, muss daher angeben, wo sie sich gerade befindet. Die Korrumpierungspunkte steigen außerdem noch durch Einheiten der Schatten und Nazgul in dem Land, in dem die Gemeinschaft vor der letzten Entdeckung stand, und durch Festungen der Schatten, durch die die Gemeinschaft zieht. Erreichen Frodo und Sam 12, sind sie dem Ring verfallen oder auf ihrer Reise eliminiert worden. In Städten der Freien Völker kann er sich heilen (auf der Ringleiste zurückziehen), wozu sie aber ihren Standort preisgeben müssen und für jeden Punkt eine Runde aussetzen.
Soweit dazu. Es gibt außerdem noch zwei Stöße mit Ereigniskarten (Personenkarten und Armeekarten), in denen Figuren wie Schlangenzunge, der Balrog und und und ins Spiel kommen. Diese Karten sind gleichzeitig auch Kampfkarten und können in Schlachten verwendet werden.
Soda, das sind die Möglichkeiten und ein Überblick über das Spiel Der Herr der Ringe – Der Ringkrieg, das im deutschsprachigen Raum aber auch im (um keinen Deut besseren) englischen Original unter dem Titel War Of the Ring erhältlich ist. Der Ringkrieg ist ein wunderbar monumentales Spiel, dass im Gegensatz zu Knizias genialem (auch wenn der Betreiber dieser Seite anderer Meinung war ;) ) Der Herr der Ringe spezifisch wirklich nur mit der Der Herr der Ringe - Geschichte funktioniert, während man Knizias System auch leicht auf andere Geschichten übertragen kann. Man muss dabei die Geschichte nicht bis ins kleinste Detail kennen, um der Faszination dieses Spieles zu erliegen, Interessierte sollten aber wahrscheinlich doch zumindest die Filme gesehen haben.
Leider aber leidet auch Der Ringkrieg an einer für Phalanx typischen Krankheit: Das Spiele enthält irrsinnig viele Feinheiten, die die Komplexität steigern und das Spiel erst so richtig interessant machen. Aber man verabsäumte bei ALLEN mir bekannten Phalanx-Spielen, diese Feinheiten auch außerhalb der Anleitung zu erwähnen, was bedeutet, man muss sich diese Feinheiten MERKEN. Beispiele dafür aus anderen Phalanx – Titel sind z.B. die Bewegungsregeln für Skandinavien und Litauen in Das Zeitalter Napoleons oder die Beziehung zwischen Monastir und der alliierten Mittelmeerbasis in Der Erste Weltkrieg. Der Ringkrieg läuft förmlich über vor solchen Regeln (zusätzliche Korrumpierung durch Schatteneinheiten, Nazgul, Schattenfestungen und mehrfache Bewegung der Gemeinschaft in einer Runde, Bewegungen und Aktivierungen der Marker auf der Politikleiste, Spezialregeln für Mordor usw. usf.), weswegen es durchaus sinnvoll ist, sich diese Regeln auf einer Übersicht zusammenzuschreiben. [Wenn die Betreiber der Seite Interesse daran haben, eine solche Liste auf die Seite zu stellen, so teilt mir das bitte mit. (Ja, haben sie! Aber wir teilen das noch einmal getrennt mit, Anm. d. B.) Ach ja, und was is eigentlich mit meiner Betrayal – Übersetzung? :) (sobald das Wetter schlecht ist, kommt Tim sicherlich dazu :-) An.d.B.) ]
Eine Warnung am Ende jedoch: Interessierte sollten über gute Augen oder eine Lupe verfügen, da die Kartentexte extrem klein gedruckt sind.
Ansonsten danke ich für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit... *pfuuuh*
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| Interaktion | :star: :star: :star: (:star: bei mehr als 2 Spielern, da in dem Fall 1-2 oder 2-2 spielen) | ||
| Anleitung / Material | :star: :star: :star: :star: | ||
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| Preis / Leistung | :star: :star: :star: :star: |
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