Schatten über Camelot

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13.06.05, 13:33:54

Murtl

geändert von: Tim - 13.01.07, 01:47:35

Kurzinfos zu Schatten über Camelot
Gesamtbewertung
:star::star::star::star::star::star:Spielbewertung
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Autor Serge Laget und Bruno Cathala
VerlagDays of Wonder
Erscheinungsjahr2005
Spieleranzahl3-7
empf. Alterab 10
Spieldauerca. 90 Minuten
Preisca. € 45,-

Eine einsame Schwalbe ist am grauen Himmel über Cornwall zu sehen. Die Mächte des Bösen sammeln sich rund um Camelot.

Die Geschichten um König Artus und seine Tafelrunde sind nicht nur für unzählige Filme und Bücher geeignet, sondern bieten auch Spieleautoren ein weites Feld der Möglichkeiten. Das haben sich wahrscheinlich auch Serge Laget und Bruno Cathala gedacht und mit Schatten über Camelot nach 4 Jahren Entwicklungszeit ein geniales Artus-Spiel zur Vollendung gebracht.

SüC ist ein kooperatives Spiel, indem 3-7 tapfere Ritter gemeinsam versuchen den drohenden Fall Camelots zu verhindern. Der immerwährende Krieg gegen die Sachsen und Pikten, der Kampf gegen den schwarzen Ritter, die ständige Bedrohung durch Belagerungsmaschinen vor Camelot, die verzweifelte Suche nach dem Heiligen Gral, der Rüstung des verschwundenen Lanzelots und Excalibur und ein feuerspeiender Drache vor den Toren Camelots. Es brennt an allen Ecken und Enden und die Ritter der Tafelrunde müssen all ihre Kraft aufbringen um das Böse zu vertreiben. Man kann nur hoffen, dass kein Verräter unter ihnen ist.

Auf den 4 Spielplänen von SüC sind diese 8 Bedrohungen, im Spiel Quest genannt, dargestellt. Die Ritter versuchen nun im Spielverlauf, durch das Ausspielen von Karten, die unterschiedlichen Questen zu gewinnen und so weiße Schwerter nach Camelot zu holen. Misslingt eine Quest, werden schwarze Schwerter nach Camelot gelegt. Das Spiel ist verloren wenn alle Ritter tot sind, 7 schwarze Schwerter in Camelot liegen oder 12 Belagerungsmaschinen rund um Camelot stehen. Wenn allerdings das 12te Schwert nach Camelot gelegt wird und mehr als die Hälfte der Schwerter weiß ist, haben die Ritter gewonnen.

Spielablauf

Jeder Spielzug eines Ritters (Spielers) gliedert sich in 2 Phasen:

1. Fortschritt des Bösen
In dieser Phase sammeln die Mächte des Bösen ihre Kräfte um Camelot zu zerstören. Der Ritter hat 3 Möglichkeiten, von denen er eine wählen muss:
a. Einen Lebenspunkt opfern. Jeder Ritter hat zu Beginn 4 Lebenspunkte (LP).
b. Eine Belagerungsmaschine nach Camelot stellen.
c. Eine schwarze Karte ziehen und ausspielen. Schwarze Karten repräsentieren die Kräfte des Bösen. Für jede Quest gibt es passende Karten und wenn sie gezogen werden, stärken sie, zum Beispiel, den Schwarzen Ritter, bringen Sachsen ins Spiel oder erschweren die Suchen nach dem Heiligen Gral. Schwarze Spezialkarten zeigen bestimmte Ereignisse und Personen und haben negative Auswirkungen auf das Spiel.

2. Heldentat
In Phase 2 kann der Ritter eine Heldentat vollbringen. Er hat die Wahl zwischen folgenden 5 Möglichkeiten:
a. Drei gleiche Karten verdeckt ablegen um einen LP zu heilen.
b. Zu einer Quest reisen.
c. Eine weiße Spezialkarte spielen. Ähnlich wie die schwarzen Spezialkarten, nur mit positiven Auswirkungen.
d. Eine Anklage machen (wird später erklärt)
e. Eine Queste-Aktion durchführen. Das ist der wichtigste Punkt im Spiel und wird nachfolgende genauer beschrieben.

Jeder der 8 Questen ist eine unterschiedliche Quest-Aktion zugeordnet. Um sie auszuführen, muss der Ritter bei der entsprechenden Quest stehen. Im einzelnen:

Camelot: Hier haben die Ritter die Wahlmöglichkeit zwischen 2 Quest-Aktionen. Entweder sie ziehen 2 weiße Karten oder kämpfen gegen eine Belagerungsmaschine. Die weißen Karten werden für alle Questen benötigt und enthalten Kampf-, Gral- und Spezialkarten.
Um gegen eine Belagerungsmaschine zu kämpfen, legt der Ritter eine beliebige Menge an weißen Kampfkarten ab, addiert deren Kampfwert und muss mit einem W8 darunter bleiben. Schafft er es, ist die Maschine zerstört, schafft er es nicht, verliert er einen LP.

Bei den folgenden 7 Questen kommen bei einem Sieg weiße, bei einer Niederlage schwarze Schwerter nach Camelot. Außerdem wird ein Sieg mit dem Gewinn von LP und Karten belohnt. Eine Niederlage kostet hingegen LP.

Schwarzer Ritter, Lanzelot und Drache: Diese 3 Questen sind Kampfquesten und funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Die Quest-Aktion ist das Legen einer weißen Kampfkarte. Liegen ein festgelegt Menge weißer und/oder schwarzer Kampfkarten bei der Quest, wird sie ausgewertet. Es werden die Kampfwerte addiert und die Seite mit dem höheren Wert gewinnt. Gewinnt man die Lanzelot-Quest, bekommt man zusätzlich Lanzelots Rüstung, die dem Besitzer eine Sonderfähigkeit gibt.

Sachsen und Pikten: Die Quest-Aktion ist das Legen einer weißen Kampfkarte. Um gegen die Sachsen und Pikten zu gewinnen muss man 5 Kampfkarten in aufsteigender Reihenfolge (1-5) zu der Quest legen, bevor 4 Sachsen bzw. Pikten am Plan sind. Wird die Quest verloren, kommen zusätzlich 2 Belagerungsmaschinen nach Camelot.

Excalibur: Die Quest-Aktion ist das verdeckte Ablegen einer weißen Karte. Damit wird Excalibur ein Feld näher in Richtung Licht bewegt. Nach 5 Feldern gehört das Schwert den Rittern. Erreicht es allerdings die dunkle Seite, ist es für immer verloren. Excalibur gibt, ähnlich wie Lanzelots Rüstung, dem Besitzer eine Sonderfähigkeit.

Der Heilige Gral: Die Quest-Aktion ist das Legen einer weißen Gral-Karte. Liegen 7 weiße Gral-Karten auf der Quest, ist sie gewonnen. Bei 7 schwarzen Gral-Karten verloren. Bei einem Erfolg winkt, neben der normalen Belohnung, der Heilige Gral mit einer Sonderfähigkeit für den Ritter.

Der Kampf gegen den schwarzen Ritter und der Kampf um Lanzelots Rüstung sind sogenannte Soloquesten. Diese kann nur ein Ritter alleine bestreiten. Alle anderen Questen können auch gemeinsam in Angriff genommen werden.

Bis auf den schwarzen Ritter und die Sachsen und Piktenkriege sind Questen eine einmalige Sachen. Wenn der Gral, zum Beispiel, verloren ist, hat man keine Möglichkeit mehr ihn zu bekommen.

Zusätzlich zu den oben genannten Möglichkeiten, hat jede Ritter noch ein Sonderfähigkeit, die er zu einem beliebigen Zeitpunkt in seinem Spielzug einsetzten darf.

Bis hier ist das Spiel schon genial und lässt keine Wünsche offen. Aber es wird noch besser. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Ritter ein Verräter ist. Dies wird zu Beginn des Spiels mit verdeckt ausgeteilten Treuekarten bestimmt. Ist ein Verräter dabei, versucht er natürlich unentdeckt zu bleiben und es den Rittern so schwer wie möglich zu machen. Und jetzt kommt die 5te Heldentat zum Zug. Man kann ein Anklage machen und einen Ritter des Verrats bezichtigen. Hat man Recht, kommt ein weißes Schwert nach Camelot und der Verräter ist enttarnt. Der enttarnte Verräter hat nur mehr sehr geringe Einflussmöglichkeiten, kann aber trotzdem noch gewinnen. Hat man sich geirrt, wird ein weißes Schwert durch ein Schwarzes ersetzt.

Fazit

SüC ist genial und eines der besten Spiele dieses Jahrgangs, wenn nicht sogar der letzten Jahre. Serge Laget und Bruno Cathala haben ein unglaublich atmosphärisches Spiel geschaffen, das an Spannung kaum zu überbieten ist. Unterstützt wird die Atmosphäre durch das grandiose Spielmaterial und die wunderschönen Grafiken. Days of Wonder werden ihrem guten Ruf wieder einmal gerecht.

Durch den kooperativen Charakter des Spiels entstehen kaum Wartezeiten und es sind immer alle Spieler beteiligt. Da es aber nicht sicher ist, ob ein Verräter unter den Rittern ist, kommt eine enorme Spannung auf und jede Aktion der anderen wird genau beobachtet.

Ich kann SüC nur jedem empfehlen und wünsche allen viel Spaß mit König Artus und seiner Tafelrunde!

Strategie / Taktik :star::star::star::star:
Glück / Zufall :star::star::star:
Interaktion :star::star::star::star::star::star:
Anleitung / Material :star::star::star::star::star:
Spielspaß :star::star::star::star::star::star:
Preis / Leistung :star::star::star::star::star::star:
14.06.05, 13:16:49

Gunslinger

Ich hab dieses wunderbare Spiel gemeinsam mitn Murtl getestet, und kann nur sagen:


Jeder, der glaubt, Reiner Knizias "Herr der Ringe" sei eine Harte Nuss, hat noch nie "Schatten über Camelot" gespielt. Wir (Murtl, ich und noch zwei) starteten drei Versuche, und sind IMMER kläglich untergegangen.

Tja, das Böse an dem Ding aber ist: Es stachelt Deinen Ehrgeiz derartig an, dass Du das Spiel UNBEDINGT einmal schlagen willst... tja, und plötzlich hast Du drei Partien a 90 Minuten gespielt.


Noch ein Tipp: Die Verräterregel sollte man erst hinzunehmen, wenn man das Spiel mindestens einmal besiegt hat. Ohne eine ungefähre Vorstellung, wie's funktionieren KANN, hast mit einem möglichen Querkopf in Deiner Mitte ÜBERHAUPT keine Chance !!!
16.06.05, 09:20:44

Janny

Ich kann dem oben gesagtem nur uneingeschränkt zustimmen. Dieses Spiel ist einfach genial!!! Obwohl die Anleitung anfangs sehr verwirrend und umfangreich ist, verläuft der eigentliche Ablauf erstaunlich einfach. In unserer Spielerunde konnten auch die ältesten (72 Jahre) locker mithalten.

Kleiner Tipp: Mindestens 1 Spieler sollte sich vorab schon mit den Regeln vertraut machen oder bei "erfahrenen" Rittern zusehen und die Neulinge einweisen. So kann wesentlich unbefangener an das Spiel heran gegangen werden.
21.06.05, 14:01:10

Gunslinger

Also, seit Sonntag kann ich zumindest mal sagen: Es ist SCHAFFBAR !!! (Zumindest ohne Verräter...)


U.a. hat sich unsere Vermutung bestätigt: Man sollte in den ersten Runden es tunlichst vermeiden, Schwarze Karten zu ziehen.
30.06.05, 10:01:55

RoGo

Hi,
einen shr fundierten un konträren Beitrag zum vergleich von HdR und SoC findet ihr hier http://homepage.mac.com/c_farrell/iblog/C2097221587/index.html
und ich kann Chris nur zustimmen: Wiederspielbarkeit und Spannungsboben von SoC halten den Vergleich nicht aus.
Grüße
Roland
08.08.05, 19:39:50

Tim

Die Rezension von Micha ist nun auch online:
http://www.michas-spielmitmir.de/kritiken/schatten_ueber_camelot.html

Tim
24.11.05, 15:01:37

Chronos


Weiß eigentlich jemand wie das funktioniert mit Karten tauschen? Geht das überhaupt? Oder verstehe ich das richtig, dass man nur über Umwege Karten an andere Spieler geben kann, wenn Arthur mitspielt???

Dieses Problem beschäftigte uns gestern. Einer wollte die Gral-Quest vorwärts bringen, aber immer nur die anderen haben entsprechende Karten gezogen...
24.11.05, 15:16:10

tech7

Man kann nur Karten untereinander tauschen wenn Artus mitspielt.
24.11.05, 17:21:20

Chronos

aber eben nur "tauschen" und nicht einfach geben? muss dann Arthus mit der einen Person was tauschen und dann mit der eigentlichen Zielperson der Karte nocheinmal (also muss er den Vermittler spielen??)
24.11.05, 17:33:06

tech7

geändert von: tech7 - 24.11.05, 17:33:50

Jup, und da man nur einmal pro Runde taushcen kann, dauert das ganze ein wenig ;)

Deswegen sollte man als Artus sich auch erstmal in Camelot gut mir Karten eindecken.
24.11.05, 18:07:47

Chronos

Oh Mann.... dann haben wir das letzte Mal ja "unehrenhaft" gewonnen :( Durch diese Regel wird das Spiel ja bockeschwer und ohne Arthus dabei zu haben wird es ja unschaffbar... :shock:
24.11.05, 19:10:09

tech7

geändert von: tech7 - 24.11.05, 19:14:06

Nö,
mann kann es auch ohne Artus schaffen, aber was man sagen muss das das Spiel mit 3 oder vier Mann extrem schwer ist, und mit Veräter (auch mit der neuen Regelung)fast unschaffbar, ab 5 Mann geht es eigentlich.
Es kann zwar nur Artus tauschen, aber es gibt ja andere Charaktere die besser an Karten kommen, der eine der drei Karten zieht, bzw. der eine der aus der Spielbox kommt. Wobei Artus schon einen starken Effekt hat.

Mit wievielen Leuten spielt ihr denn in der Regel ?

PS: Die Gralquest wurde in unseren Runden fasst immer als letzte wenn überhaupt gelöst, wichtiger sind Lancelot und die Sachsen und Franken , der Rest kann schonmal verloren gehen. Exkalibur solte man auch schafen da es einen netten Effekt hat und nich so schwer zu schaffen ist. Den Drachen haben wir noch nie gemacht ^^
24.11.05, 20:01:24

Chronos

Wir haben bisher (zweimal) immer zu viert gespielt (ohne Verräter, da wir das Spiel erstmal beherrschen wollen). Ich finde es bockeschwer, deswegen haben wir unwissentlich mit dem Kartentauschen praktisch immer "beschissen" ;-) Der Gral ist tatsächlich "relativ" unwichtig. Mit Excalibur hat man auf jeden Fall mal jemanden, der die Belagerungsmaschinen schön wegbekommt. Den Drachen haben wir auch noch nie angefangen ;-)
25.11.05, 01:57:52

tech7

Zu viert ist es auch sehr schwer, sucht wenn es irgendwie geht noch 1-2 Mann dann ist das Spiel einfacher und man hat mehr Leute für Quests und dann ist es auch mit der Verräterregel schaffbar ;)

Wir fangen eigentlich bei en Spielen immer an dass in Camelot jeder mind. einmal Karten zieht dann geht der mit den besten Chancen zum Lancelot, die Rüstung ist vor allem bei wenig Spielern sehr wichtig. Der Rest verteilt sich erstmal nur der Schwarze Ritter wird konsequent am Anfang ignoriert ^^. Seit am Anfang auch nicht zu geizig mit euren Lebenspunkten ihr könnt ruhig alle auf 2 runter gehen für Doppelaktionen oder Schwarze Karten verhindern.


Und noch etwas zum Thema 3-4 Spieler und Verräter , in einem dreier Spiel haben wirdrei Spieler gehabt. Einer dabvon (ich ;))war der Verräter und ich habe es auch noch hinbekommen Lancelots-Rüstung zu kriegen, ich sage nur es war richtig mies :D
08.06.06, 19:21:53

lach_doch_mal

jo der schwarze ritter kann tunlichst ignoriert werden :)
schick ist es meiner meinung nach früh geschlossen zum gral zu gehen, da dieser quest solange kaum schwarze gralkarten liegen relativ schnell gelöst werden kann.
Exkalibur kann ruhig warten, da sonst die katapulte zu schnell zu nehmen.
Den Tip zunächst keine scharzen karten zu ziehen und stattdessen katapulte zusetzen wie in der resenzsion von mich kann ich nicht unterschreiben. Diese zu bekämpfen ist sehr aufwendig und kostet vorallem viele karten.
 
 
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