| Kurzinfos zu Prohecy | |
| Gesamtbewertung | :star::star::star::star: |
| Besucher-Wertung | bewerten Sie dieses Spiel |
| Autor | Vlaada Chvatil |
| Verlag | Z-Man Games |
| Erscheinungsjahr | 2002 |
| Spieleranzahl | 2-5 Spieler |
| empf. Alter | ab 12 Jahren |
| Sprache | englisch |
| Zielgruppe / empfehlenswert für | Gelegenheitsspieler, Oft-/Profispieler oder Spielefan/Freaks |
| Spieldauer | ca. 3 Stunden |
| Preis | 15-30 Euro |
Zur Vorgeschichte: Zwei Brüder stritten sich um die Nachfolge als Thronerbe und dieser Streit uferte in einen Krieg aus, der das ganze Land in Mitleidenschaft zog. Ein Bruder ging sogar soweit die Astralebenen zu beschwören, um mächtige Gefolgsleute für seine Armee zu bekommen. Der Irrglaube, er könne diese Monster kontrollieren wurde sein Verhängnis und seitdem ziehen finstere Monster und Dämonen über das Land. Die fünf heiligen Artefakte des Königs wurden von fünf "Oberdämonen" in die Astralebene entführt. Neunhundert Jahre sind seitdem ins Land gegangen und an die damalige Zeit erinnert nur noch eine Prohezeiung, dass es einem Helden gelingen mag, die Artefakte zurückzuholen und seinen rechtmäßigen Anspruch auf den Thron geltend zu machen, um dem Reich wieder Ordnung zu geben....
Spielmaterialien
Das Spiel besteht aus einem großen Spielbrett, welches das Reich in seiner ganzen Pracht zeigt. Dieses ist kreisförmig angeordnet und unterteilt sich in Bereiche wie Wälder, Berge, Ebenen und Städte. In diesem Kreis können die Spieler in beliebiger Richtung laufen. In der Mitte des Spielbretts ist das Meer und Platz für Kartenstapel. Ganz am äußeren Rand finden sich an fünf Positionen die Portale in die Astralebene. Weiteres Spielmaterial sind hauptsächlich jede Menge Karten in ca. 9 Stapeln und kleine bunte Glasperlen, welche Gesundheit/Mana darstellen sollen. Gegen die Qualität des Materials kann man eigentlich nichts sagen. Die Grafiken sind ganz ansprechend gehalten...vielleicht ein wenig zu bunt und die Qualität des Materials ist ganz ordentlich. Hier noch der Hinweis, dass das Spiel nur auf Englisch (oder Tchechisch) verfügbar ist! Sollte aber mit normalen "Fantasyenglisch" gut schaffbar sein. Die Anleitung liest sich sehr gut und erklärt anschaulich das Spiel. Ein paar Bilder, eine klarere Struktur (falls man was nachschlagen muss) hätten aber dem Ganzen noch gut getan.
Spielverlauf
Die Spieler sind natürlich die Helden und wählen aus einer großen Anzahl von Charakteren (z.B. Paladin, Ritter, Mönch, Schurke, Druide...) ihre gewünschte Rolle (oder ziehen diese blind). Jeder Charakter hat drei Angaben auf der Charakterkarte: Gildenzugehörigkeit, Stärke/Gesundheit und Geisteskraft/Mana. Der Spielverlauf ist dem von Runebound und Rückkehr der Helden sehr ähnlich; macht aber irgendwie Vieles besser und einfacher.
Im Prinzip zieht jeder Spieler über das Spielfeld um Monster zu jagen und dadurch Erfahrungspunkte und Gold zu bekommen. Mit beiden kann er sich in den Städten und Gilden bessere Ausrüstung und neue Fertigkeiten zulegen, die ihn irgendwann stark genug machen, um einen der fünf Endgegner auf den Astralebenen anzugreifen.
Jede Runde besteht für jeden Spieler streng genommen aus drei Phasen: 1. Chance-Karte aufdecken ein neues Ereignis tritt in Kraft; z.B. ein Monster erscheint in den Wäldern oder eine Wirtschaftskrise kostet jeden Spieler die Hälfte seines Goldes 2. Bewegung Man kann pro Runde kostenlos ein Feld weit laufen. Zahlt man ein Gold für ein Pferd kann man sogar zwei Felder weit reiten. Weitere Möglichkeiten wären die Nutzung eines Schiffes von einem Hafen zum anderen (1 Gold) oder gar die Nutzung eines Teleportationsportales (2 Gold). 3. Aktion/Kampf Befindet sich in dem Feld ein Monster kann man gegen dieses kämpfen um an dessen Erfahrung oder Schatz zu kommen. Es kann aber auch ein fahrender Händler auf dem Feld liegen oder ein Lehrmeister etc.. Endet die Bewegung in einer der Städte oder Gilden kann man sich dort mit Waren oder Fähigkeiten eindecken.
Kampf
Ein Kampf läuft folgendermaßen ab: Der Spieler wählt die Art seines Angriffs (Stärke oder Willenskraft) und würfelt mit einem W6. Zu diesem Wert zählt er den derzeitigen Stand seiner Stärke- oder Willenspunkte dazu plus eventuelle Boni durch Waffen oder Fertigkeiten. Für das Monster macht man das Gleiche. Wer die höhere Gesamtpunktzahl hat, gewinnt. Jedes Monster ist im Prinzip nach einem Treffer besiegt und offenbart seine Schätze. Es gibt auch Monstergruppen, für die dreimal gewürfelt werden muss, um sie zu besiegen. Ein besiegtes Monster zeigt auf seiner Karte unten rechts den Wert seiner Erfahrungspunkte und eventuelle weitere Schätze an. Das Besondere am Kampf bei Prophecy ist, dass der Gesundheitszustand auch Einfluss auf die Angriffsstärke hat. Anders als bei den Genrekollegen sind hier die Werte für Gesundheit und Stärke miteinander verknüpft, d.h. falls ich Schaden erleide, bin ich im nächsten Kampf automatisch schwächer und muss besser würfeln oder mich vorher heilen lassen. Das Gleiche gilt für Willenskraft und Mana. Verbrauche ich für einen Zauber erstmal Mana, um ihn zu "bezahlen", habe ich automatisch weniger Punkte übrig, die ich auf meinen Würfelwurf addieren kann. Dies erfordert dann eine geschickte Planung der Spieler, wenn es darum geht sich Fertigkeiten anzuschaffen, die den Energiehaushalt verändern.
Fertigkeiten steigern
Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten (dargestellt durch grüne Glasperlen) und Gold (gelbe Glasperlen) hat man die Möglichkeit, in den verschiedenen Gilden (Kloster, Diebesgilde, Festung, Magierturm...) neue Fertigkeiten zu kaufen, wenn diese vom entsprechenden Kartenstapel bereits aufgedeckt wurden. Jede Fertigkeit gibt es nur einmal, d.h. wer zuerst kommt.... Es gibt hier keine Beschränkung was welcher Charakter lernen darf. Ein Dieb kann auch problemlos im Magierturm einen Zauberspruch lernen. Es hat aber gewisse Vorteile Fertigkeiten zu lernen, die zu seinem Charakter passen, weil man als Gildenmitglied (Mitgliedsgilden stehen auf den Charakterkarten) für das Ausbilden nur Erfahrung aber kein Gold zahlt.
Gegenstände kaufen
Waffen und Rüstungen findet man entweder bei besiegten Monstern oder kauft sie in den Städten. Sie unterscheiden sich nach gewöhnlichen (common) Gegenständen oder besonders seltenen (rare) Gegenständen mit eben unterschiedlichen Kosten und Boni.
Endspiel
Sollte sich ein Spieler stark genug fühlen mal einen Ausflug in die Astralebene zu unternehmen, muss er hier zwei Gegner besiegen. Einen niederen Wächter (entspricht einem mittelschweren Monster) und einen höheren Wächter (entspricht schwerem Monster). Bei Erfolg erhält er eines der königlichen Artefakte. Sollte ein Spieler vier von insgesamt fünf Artefakten in den Händen halten, ist er der Sieger. Aber sollten alle fünf Artefakte unter verschiedenen Spielern verteilt sein, kommt es zum Endkampf. Hier klopfen sich alle Spieler mit ihren Werten gegenseitig bis einer gewinnt. Muss aber nicht immer der Fall sein, da meist ein Spieler mit etwas Glück die Nase vorn hat und viele Artefakte auch so normal erkämpft.
Fazit
Ein wirklich schönes Spiel, das sich sehr flott spielt und sich nicht mit komplizierten langen Kämpfen aufhält. Die Runden gehen schnell von der Hand und die Wartezeit für jeden Spieler ist sehr niedrig. Es gibt interessante Fähigkeiten und Gegenstände und das Hochleveln seines Charakters motiviert dauerhaft. Nachteile sind eventuell die englische Sprache und dass es kein echtes Zusammenspiel der einzelnen Spieler gibt. Jeder spielt im Prinzip für sich selbst. Die Interaktion beschränkt sich darauf, dass man sich gegenseitig die Fertigkeiten, Monster und Gegenstände vor der Nase wegnimmt. Aber welches Fantasy-Abenteuerspiel macht dies schon anders? Von mir ein klare Empfehlung für Fans dieses Genres, die der englischen Sprache mächtig sind.
| Strategie / Taktik | :star::star::star: |
| Glück / Zufall | :star::star::star::star: |
| Interaktion | :star: |
| Anleitung / Material | :star::star::star::star: |
| Spielspaß | :star::star::star::star: |
| Preis / Leistung | :star::star::star::star: |
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