Flucht aus der alten Zisterne

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06.02.10, 00:20:27

Zombie

geändert von: Zombie - 06.02.10, 01:34:41

„Ruuumms! Mit donnerndem Getöse stürzen die Felsbrocken hinter Euch von der Decke herab. Es dauert eine Weile bis sich der Staub lichtet und ihr zu eurem Glück feststellt, dass niemand unter den Trümmern begraben wurde. Mit vom Husten gerötetem Kopfe erklärt euch Durgin, der Zwerg, die neue Sachlage: „Beim Barte Mentors, der Rückweg ist verschüttet!
Egal, wir werden schon noch einen anderen Ausweg finden!“ beschwichtigt der Zauberer, der sich besonnen den Staub von seinem Umhang klopft.
Kein Grund, die Suche jetzt abzubrechen!“ stimmt Rogar, der Barbar, unerschrocken zu.

Was war passiert?

Die Gefährten haben sich der Herausforderung angenommen, nach dem „Geisterschwert“ zu suchen. Eine magische Waffe von unschätzbarem Wert! Einer Sage nach liegt das Artefakt in einer alten Zisterne verborgen.“



Anmerkung zum Spielbrett:
Die Heroen stehen zu Spielbeginn vor 3 Türen, von denen gleich die erste den Gang zur alten Zisterne freigibt. Die Zisterne ist das Herzstück der Herausforderung, entpuppt sich als eine Sackgasse und bildet zugleich den Startpunkt für die bevorstehende Flucht.

Öffnen die Heroen das Tor zur Zisterne:
„Euer Blick durch das Tor richtet sich auf ein Gewölbe, das einer alten Zisterne gleicht. Fauliger Gestank schlägt euch entgegen, der von dem stehenden Dreckwasser herrührt, das kniehoch zwischen großen Bögen steht. Hier rinnt scheinbar das Abwasser zusammen und verteilt sich durch mehrere dieser Bögen in ein weit verzweigtes Sammelbecken. Die hinteren Bogenräume liegen im Dunklen und sind durch schwere Eisengitter versperrt. Kein Zweifel, ihr seid an eurem Ziel angelangt. Und im Zwielicht erahnt ihr dann auch schon den speckigen Leinensack an einer Säule hängend, in dem – der Sage zufolge - das verborgene Artefakt enthalten ist.“



„Wie dumm nur, dass der Weg dorthin durch das stinkende Brackwasser führt, in dem hier und da die leblosen Körper gefallener Abenteuer zu erkennen sind.“



Doch das Schicksal scheint euch wohlgesonnen, denn gleich zu euren Füßen liegt ein kleines Boot befestigt, mit dem ihr trockenen Fußes bis zum Artefakt gelangen könnt.“



„Psst... habt ihr das eben gehört? Was war das für ein Geräusch? Was zum Teufel befindet sich hinter den Gittern?“


* Spielleiter imitiert das Stöhnen duzender Zombies *

„Entsetzt zeigt einer der Gefährten auf die Gitter:
„Oh mein Gott...da, seht nur... hier unten scheinen sie ihre Toten entsorgt zu haben!!! Und nun sammeln sich die bis zur Unkenntlichkeit verwesten Körper, durch was auch immer zum Leben wiedererweckt, hinter diesen Gittern! Verflucht, das sind ja ...Hunderte! Wenn Euch Euer Leben lieb ist, dann lasst uns rasch ins Dorfe zurückkehren!“



Nach diesen unüberlegten Worten legen sämtliche Landsknechte und sonstige Söldner auf der Stelle jeweils eine Intelligenzprobe ab. Bei Nichtbestehen müsst ihr mit ansehen, wie die Verängstigten unmittelbar die Flucht ergreifen.“


Der Spielleiter nimmt die Figuren der Desillusionierten vom Spielbrett und wartet die Reaktion der Spieler ab. Auf Nachfragen bestätigt er, dass die Gitterstäbe sicherlich verrostet, aber dennoch sehr solide sind. Er kann auch bestätigen, dass die im Wasser liegenden Leichen regungslos, also völlig harmlos sind. Auch wenn die Gesamtsituation nicht unbedingt den Anschein erweckt, so würde für die Heroen also praktisch keinerlei Gefahr bestehen...

Entschließen sich die Heroen, das Boot zu besteigen (max. 2 Personen), dann wird der Ruderer in dieser Runde keine weiteren Aktionen ausführen können als zu rudern, um das Boot bis zur Mitte des Raumes zu bewegen:

„Als ihr das Becken bis zur Mitte durchquert habt und der Beutel mit dem begehrten Artefakt schon zum Greifen nahe scheint, gähnt Euch die dunkle Öffnung eines großen Abflusskanals entgegen....




.... Aus dem Schlund treibt Euch eine alte Holzbohle entgegen, auf der eine Ratte zum Sprung auf euer Boot ausholt. Sie greift den Ruderer am Bug sitzend, mit einem Kampfwürfel an und überträgt die Rattenseuche, wenn ihr Biss zu einer Verletzung führt.
Nach dem Angriff springt die Ratte von Bord in das trübe Abwasser und schwimmt fiepsend von dannen.

Eure Fahrt geht weiter, vorbei an den im Wasser treibenden Leichen.



Gefallene Abenteurer, Augen und Mund weit aufgerissen. Erstarrt im letzten grausamen Moment ihres Lebens.



In der folgenden Runde erreicht ihr den speckigen Leinensack, an einer Säule hängend. Euer Blick richtet sich auf das Fundstück, wobei ihr aus den Augenwinkeln...



... die nach euch greifenden Hände der entstellten Kreaturen hinter den Gitterstäben wahrnehmt.



Ein Schaudern läuft euch über den Rücken.“




* Spielleiter imitiert erneut das Stöhnen der Zombies und deren Gestiken *

„Ihr fasst allen Mut zusammen und greift nach dem Beutel. Als ihr den Sack vom Haken reißt, vernehmt ihr ein Geräusch, das sich hörbar von dem Stöhnen der Zombies abhebt. KLACK...rrrrr...klick-klick-klick-klick-klick-klick-klick....

Das Adrenalin schießt euch durch die Adern als euch klar wird, das der vermeintliche Haken in Wirklichkeit ein Hebel ist, der nun ein Zahngetriebe in Gang gebracht hat, mit dem die schweren Eisengitter langsam emporgehoben werden.

Fast gleichzeitig fahren die übrigen Gefährten den Bootsführer an: „Looos, ruuder looos!“
Dieser, weder blind noch schwerhörig, zieht die zwei Paddel bereits mit aller Kraft durch. Doch noch bevor das kleine Boot die Mitte des Gewölbes erreicht hat, sind die Gitter bereits oben und 2 Zombies an der Reling...

Erst in der folgenden Runde erreicht das Boot den Anleger, wobei jetzt schon weitere W6 Zombies am Boot hängen und den Anleger erreichen...


Ab diesem Zeitpunkt werden in jeder folgenden Runde weitere W6 Zombies auf den Anleger gestellt...“

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Na, erkannt?

Hier handelt es sich um ein Szenario des in die Jahre gekommenen Klassikers "HeroQuest".

Das Fantasy Brettspiel ist zwar längst nicht mehr im Handel erhältlich, dennoch erfeut sich seine Fangemeinde noch heute an den einfachen Regelstrukturen und dem 3D-Ambiente des Dungeon-Crawls.

Der Erwerb des Originals ist heute auch nicht mehr zwingend erforderlich, sind seine Regeln und das Zubehör mittlerweile durch besseres Material ersetzbar.

So sind beispielsweise die Regeln, deren Urfassung dem anspruchsvolleren Spieler einen zu großen Interpretationsspielraum boten, über die letzten Jahre stets verbessert worden. Bei dem fortwährenden Tuning werden diverse Regelvarianten im Forum diskutiert, gegeneinander abgewogen und mehrheitlich abgestimmt, um einen derart optimierten Regelentwurf auch textlich zusammenfassen zu können. Im Fokus steht natürlich auch die Bewährung im Spiel, wobei stets der Gewinn an Spielspaß im Verhältnis zum Spielfluss in die Regelbewertung mit einfließt.

Wer HeroQuest kennt, kennenlernen oder wiederentdecken möchte, ist herzlich eingeladen, an einer solchen Abstimmung oder laufenden Diskussionen teilzunehmen:

http://www.hq-cooperation.de/forum/viewtopic.php?f=1&t=1325&start=0

Für Modellbauer bietet HeroQuest geradezu überwältigende Möglichkeiten, wenn es um die Gestaltung von Modellen geht, die an unzähligen Spiele-Abenden erneut für Spaß garantieren und dabei wieder und wieder mit frischem Blut befleckt werden...

Liebe Grüße
Zombie

 
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