When Darkness Comes...

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22.03.05, 12:57:24

Gunslinger

geändert von: Tim - 13.01.07, 01:57:51

Kurzinfos zu When Darkness Comes…
Gesamtbewertung
:star: :star: :star: :star: Spielbewertung
(Ohne Hausregeln)
Besucher-Wertung bewerten Sie dieses Spiel
Autor Todd & Kerry Breitenstein
Verlag Twilight Creations
Spieleranzahl 2-6
empf. Alter Keine Angaben des Verlages
ich würd’s ab 12 ansiedeln
Spieldauer ca. 30-90 Minuten
(Szenarioabhängig)
Preis 29 Euro

Are You Afraid Of The Darkness… ?

Warum müssen Rollenbrettspiele eigentlich immer im Fantasy-Bereich angesiedelt sein? Schwertkämpfe sind ja gut und schön, aber ganz gerne würde man wohl auch mal mit einem kleinen Pistölchen oder einer Schrotflinte auf Monsterhatz gehen. Warum sind die Missionen eigentlich immer stereotyp gleich, wenn doch gerade dieses Genre unendlich viele Möglichkeiten bieten würde? Warum muss in solchen Spielen zwangsläufig immer gezaubert werden? Diese (und weitere solchergeartete Fragen) haben sich wohl auch Todd und Kerry Breitenstein, Autoren und Betreiber des Verlages Twilight Creations gefragt… und gehandelt. Und schon war „When Darkness Comes…“ geboren.

Das Spiel besteht aus 6x6-Felder-Plänen, die moderne Gebäude, einen Wald und ein Höhlensystem darstellen. Zudem gibt es unzählige Plättchen, ein paar Zinnfiguren, einige Würfel und einen Charakterblock. Die Regeln durchgearbeitet, und schon kann’s theoretisch losgehen… Zumindest theoretisch, denn die wirr geschriebene Anleitung zu entziffern lässt erahnen, wie es gewesen sein muss, wenn der CIA die Codes des KGB knacken wollte.

Das Spiel ist folgendermaßen aufgebaut: Jeder Spieler erhält oder kreiert einen Charakter, der in Fähigkeiten und spezielle Geschicke unterteilt ist. Danach werden die Pläne nach (leider auch nicht sehr übersichtlich geschriebenen) Szenarienbeschreibungen verteilt oder als Stapel bereitgelegt. Die Disks werden auf den Plänen verteilt oder bereitgelegt. Nun zieht jeder Spieler durch diese Stadt und deckt die Disks auf, die sich am Ende seines Zuges in Sichtweite befinden und wertet. In der ursprünglichen Fassung musste man jede Disk aufdecken, über die man gezogen ist, aber dann sind die Breitensteins selbst draufgekommen, dass diese Regel unbrauchbar war und haben mit der Erweiterung „The Horror Within“ (siehe unten) diese Regel definiert.

Es gibt folgende Disks:

Adversaries: Die „Bad Guys“ der Szenarien, die im Normalfall bekämpft werden müssen.
Begleiter: Müssen überzeugt werden, sich der Gruppe anzuschließen


Gegenstände: Müssen gesucht werden (sind Modern Day – Items wie Pistolen, Taschenlampen u.ä.)
Security Disks: Alarmsysteme, Wachleute und ähnliche störenden Einrichtungen, die es zu überwinden gilt

Das „Testsystem“ (wie finde ich heraus, ob ich das schaffe, was ich versuche) funktioniert auf
Würfelpokerbasis. Je schwieriger die Aufgabe, desto höher ist die zu erreichende Kombination. Die Mission, die
die Spieler erledigen müssen, wird vom Szenario definiert. Das reicht von „Finde A, um B besiegen zu können“
bis „Finde und besiege A… nur um rauszufinden, dass er eine Bombe gelegt hat, die es nun zu finden und
entschärfen gilt“ und noch unzählige andere Feinheiten. In allen Fällen aber gilt die Devise, möglichst unauf-
fällig zu bleiben, was bedeutet, nach diversen Fehlschlägen oder lauten Aktionen erhält der Spieler sog. Failure
Disks. Sind deren drei, verliert der Spieler alle Gegenstände, die er bei sich trägt. Das sollte zunächst als
Vorstellung reichen, denn Feinheiten wie „Wahrnehmungs-Checks“ oder „Gegenseitiges Helfen“ würde jetzt zu
weit führen.

Das jedenfalls ist der Aufbau von „When Darkness Comes…“, wenn man es ohne Spielleiter quasi „gegen
das Spiel“ spielt. Mit einem Spielleiter sind sämtliche Regeln wie bei einem guten Rollenspiel obsolet, jetzt ist
ALLES möglich. Und das Spiel mit Spielleiter war ziemlich eindeutig die eigentliche Idee, die Non-GM – Regeln
wurden offenbar der Vollständigkeit halber schnell runtergetippselt, nicht ohne dabei zu erwähnen, dass diese
Regeln nur ein Grundgerüst sind, auf dem die Spieler aufbauen sollen.

Jedenfalls würde das erklären, warum die Regeln ohne GM (=Game Master) so furchtbar unausgereift
sind. Das ist prinzipiell schade, da WDC auch ohne GM ein nahezu unendliches Potential hat. Sicher, WDC ist
kein Extremfall wie Cash & Run bzw. Monte Carlo, dass man sich zuerst zurechtbiegen muss, wenn man das
Spiel nicht als Schlafmittel verwenden will, aber wenn ein Spiel mit solchem Potential dann in der reinen
Mittelmäßigkeit hängen bleibt, ist das einfach… schade.

So kann man WDC nur denjenigen empfehlen, die entweder nur mit GM spielen wollen, oder die Freude
daran haben, an solchen Spielen herumzubasteln… so wie ich. Fragt mich bitte nicht, wie viele Stunden ich
hinter WDC verbracht habe, ich weiß es nicht mehr, mein persönlicher WDC-Ordner umfasst jedenfalls 4MB.
Beginnend von Hausregeln und eigenen Karten für die diversen Sets (zu den Sets unten mehr) bis hin zu
Überarbeitungen und Übersichtlicheren Zusammenstellung der Szenarien (von den Eigenszenarien will ich gar
nicht reden…) gibt es wohl nichts, woran ich an WDC nicht herumgedreht habe.

Spielern also, die ein Spiel auspacken und losspielen wollen oder von einem GM-System nichts halten, sei
WDC ausdrücklich NICHT ans Herz gelegt. Greift eher zu Rückkehr der Helden oder Betrayal At House On The
Hill, dort seid Ihr besser aufgehoben. Wenn ihr gerne rumbastelt oder mit GM spielt, dann ab ins nächste
(Spezial-) – Geschäft und WDC geholt. Wenn man sich das Spiel hindreht, ist es nämlich eines der dankbarsten
und besten Rollenspielsysteme. Aber so etwas muss man eben mögen…

Noch abschließend zu den Sets: Es gibt im Moment 3 Themensets mit speziellen Regeln und Disks:

The Awakening: Spielt im Gruselgenre und ist vierteilig: The Awakening, The Horror Within, The Darkness
Before The Dawn und Hell Unleashed

The Most Dangerous Game: Im Agentengenre (spiele James Bond *g*): Hier werden fast immer Hinweis-
punkte gesucht, um am Ende ins Geheime Versteck eines perfiden Mastermind einzudringen.
ACHTUNG: Die Anleitung dieses Sets ist die mit Abstand Schlechteste !!!

This Is Not Happening: Cyberspace - Set (Welcome To The Matrix), in der mit speziellen Punkten (sog. Focus) schöne Matrix – Aktionen wie “Über Wände laufen” oder “Gänge fluten” getätigt werden können.

Set Nummer 4 soll demnächst kommen. Es heißt „The Nameless Mist“ und bezeichnet sich selbst als
Lovecraft-Expansion.

Bilder: Kjetil Bjørnsrud, mit freundlicher Genehmigung von Brettspill.no

Strategie / Taktik :star: :star: :star: :star:Spiel kaufen bei
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Glück / Zufall :star: :star: :star: :star:
Interaktion :star: :star: :star: :star: :star: :star:
Anleitung / Material :star: :star: :star:
Spielspaß :star: :star: :star: :star: (Ohne Hausregeln)
Preis / Leistung :star: :star: :star: :star: :star:
28.05.05, 10:18:53

Gunslinger

Das angekündigte Set THE NAMELESS MIST ist nun erhältlich:


Es enthält Verbotene Bücher und Figuren aus H.P. Lovecrafts Werken, Ctuhlu (oder wie immer man den Vogel schreibt) selbst kommt aber wohl nur im GM-Szenario vor.

Die Hauptneuerung: Die in Hell Unleashed eingeführte Optinalregel bez. Willpower wird in diesem Set zum Plotpoint. Die Willpower sinkt bei diversen Events (Erstmalige Sichtung eines Monsters, Flucht, Misslungener Versuch des Lesens eines verbotenen Buches), sinkt diese auf 0 hat der Spieler "den Verstand verloren" und ist handlungsunfähig.
31.10.05, 14:30:45

tech7

Hallo,
eine Frage wird das Problem mit den ohne-GM Regeln mit den Erweiterungen besser, oder gibt es vom Verlag zur Verfügung gestellte Optionalregeln ?
31.10.05, 15:29:05

Gunslinger

Es werden mit den Erweiterungen neue Regeln vorgestellt, und die erste Horror-Erweiterung negiert die "Decke jede Disk auf, auf der Du landest" aus dem Grundspiel, weil die Breitensteins selbst eingesehen haben, dass ihre erste Regelfassung Schrott war.

Ansonsten: Dinge, wie etwas verschiedene Effekte und/oder Nutzungen von Gebäuden bleiben den Spielern überlassen.
28.11.05, 18:42:41

Gunslinger

An alle WHEN DARKNESS COMES... - Fans:


Wenn Ihr das Agentenset THE MOST DANGEROUS GAME erwerben wollt, dann beeilt Euch, Twilight Creations muss es vom Markt nehmen. Offenbar gab's Troubles, weil TMDG auf Alderay Entertainement Group's Spycraft basierte, und die
wahrscheinlich die Erlaubnis zurueckgezogen haben.


Schade, war ein Spitzenset... :(
16.01.07, 22:47:18

Beckikaze

Bitte steinigt mich, wenn ich mich jetzt hier verrenne, aber das Spiel sieht ähnlich aus wie ZOMBIES. Ich hoffe, es ist besser...? :confused:
09.07.07, 00:50:29

Gunslinger

geändert von: Gunslinger - 09.07.07, 00:51:36

Ich weiß, ich hab schon lang nix mehr von mir lesen lassen, aber da mich gerade eine *ahempt* "Opfer" dieses Spieles angemailt hat, möchte ich nun folgendes zu meinem obrigen Artikel anmerken:



Der Artikel ist schon ziemlich "angejahrt", und stammt aus der Zeit, in der ich das Spiel unbedingt mögen wollte, da es endlich mal ein Rollenbrettspiel im Bereich Horror, Agenten und Cyberspace war. Leider habe ich WDC vor ca. anderthalb Jahren (in einem Aufwasch mit "Betrayal at House on the Hill") endgültig aufgegeben:

WDC ist umständlich, wird nur mit 100 Listen annähernd atmosphärisch, aber nie wirklich spannend, und das durchschnittliche Szenario braucht beinahe länger zum Aufbauen als zum Spielen.

Aus den im Review erwähnten Erweiterungsideen für WDC ist nun ein eigenes, völlig neues Brettspielprojekt von meiner Seite geworden, das gestern zum insgesamt dritten mal in die Phase "testfertig" getreten ist. (Da die Entwürfe 1 und 2 unspielbar waren, hoffe ich, dass das jetzt endlich funktioniert.)

Ich rate hiermit allen Freunde des Rollenbrett-Genres: Spielt "Descent" und/oder spielt "Doom - The Boardgame" (und haltet Euch von "Rückkehr der Helden" fern). WDC ist ein Spiel ohne Zielgruppe: Für Rollenbrettspieler zu umständlich und für Rollenspieler... naja, seit wann braucht ein Rollenspiel Pläne und Disks?
09.07.07, 20:51:22

mavo0013

Ein kleiner Widerspruch: Sooo schlecht ist Rückkehr der Helden nicht. Für ein kurzes Brettspielabenteuer zwischendurch ist es echt super und sehr nett gemacht. Ich gebe den schwarzen Peter an Dungeoneer weiter: Das ist WIRKLICH ein schlechtes Spiel ;-)
 
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