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Michas-Spielmitmir.de - Gesellschaftsspiele im Test

5 Jahre Michas-Spielmitmir.de
Interview mit Micha & Tim

Hallo Leser von Michas-Spielmitmir,

wie Ihr sicherlich schon bemerkt habt, feiert diese Seite ihr 5jähriges Jubiläum.
Grund genug um mal zu erfahren, wer eigentlich hinter dieser Seite steckt. Also mußten die beiden Köpfe Michael Prössel und Tim Meuter das Spielen mal kurz sein lassen, um mir Rede und Antwort zu stehen.


Hallo Micha und Tim, erzählt doch mal was zu euch, wer ihr seid und was ihr so macht.

Tim und Michael auf der Spiel 04Micha: Meine Name ist Michael Prössel, ich bin 32 Jahre alt. Geboren wurde ich in Westerland. Heute wohne ich in Hannover, unterrichte Englisch für Erwachsene und Deutsch für Ausländer. Außerdem arbeite ich noch bei einem Freund als Nachhilfelehrer für Schüler der Oberstufe, was wirklich sehr schön ist. Aber auch der Deutschunterricht ist nicht nur für die Schüler sehr lehrreich.
Tim: Ich heiße Tim Meuter, bin 28, wohne in der Nähe von Hannover am Steinhuder Meer. Dort arbeite ich einem Café. Bei Michas-Spielmitmir.de bin ich hauptsächlich für die Internetgestaltung zuständig.

Micha, wie bist du auf die Idee gekommen, Spiele zu rezensieren?

Micha: Als ich noch in Westerland wohnte, spielten wir viele Rollenspiele. Irgendwann traf ich Tobias und wir fingen an, also er fing schon früher an, ich kam dann dazu, Spiele zu spielen. Normale Gesellschaftsspiele. Er schrieb für drei kleine Zeitungen in Schleswig-Holstein und fragte mich, ob ich nicht auch Lust hätte. So fing das an.
Als ich dann nach Hannover kam, fing ich beim Asphalt-Magazin an. Irgendwann kamen wir auf das Thema Spiele - ich durfte im Heft Rezensionen veröffentlichen. Eines Tages hatten wir einen neuen Praktikanten, so ein langhaariger Typ aus Steinhude, also vom Arsch der Welt. Wir fingen an, uns mal zum Spielen zu treffen und irgendwann entdeckte er seine Vorliebe für Computer und programmierte die erste Michas Spielmitmir Seite.

Und wie bist du auf den Namen gekommen?

Micha: Nun, "Spiel mit mir" war schon weg, irgendeine Pornoseite, und so kam ich, da ich zufälligerweise Michael heiße und alle Micha sagen, auf Michas Spielmitmir. Ohne Apostroph, da das falsch wäre. Und im Internet sowieso nicht geht.

Okay, das klingt logisch. Welches waren denn eure ersten richtigen Spiele?

Tim: Ich glaub, das erste richtige Spiel war Hase und Igel. Wir (meine Schwester und ich) bekamen immer zu Weihnachten ein großes Spiel, daher kann ich nicht mehr ganz genau sagen, welches das erste war, aber Hase und Igel haben wir jedenfalls ständig gespielt.

Und welches Spiel hat bei dir die Spielleidenschaft geweckt?

Wie oben bereits erwähnt, kann ich das nicht mehr so genau sagen. Hase und Igel gehört auf jeden Fall dazu, aber auch Monopoly haben wir einen ganzen Urlaub lang gespielt und Auf Achse. Später trat das Spielen dann aber in den Hintergrund und begann erst so richtig wieder, als ich Micha kennen lernte. Da waren es dann Spiele wie Siedler, Carcassonne und Bohnanza, die meine Spielleidenschaft wieder weckten.

Und bei dir Micha?

Micha: Malefiz, Talisman, Rollenspiele (Warhammer und AD&D), El Grande und natürlich Siedler. Wenn auch Siedler uns sehr oft nervten. Würfelspiele sind ein wenig mit der Zeit ins Abseits gerückt. Monopoly darf aber auch nicht fehlen. Als ich klein war, lang ist es her, gab es nicht sehr viele Spiele. Die alten Schmidt Spiele waren aber sicherlich der Hauptgrund.

Was mögt ihr an Spielen und was nicht?

Tim: Ich mag Spiele mit schnellem Einstieg. Langes Regelerklären nervt mich meist, außer, es bringt dann auch langen Spielspaß. Auch spiele ich lieber mehrere Spiele an einem Abend, als einen Abend lang nur ein Spiel und vor allem möchte ich bei einem Spiel immer an der Reihe sein :-)

Micha: Spiele, die ohne Glück auskommen. Alle Spieler sollten die gleichen Startchancen haben. Nur Nachdenken und Strategie sollten über den Sieg entscheiden. Es ist frustrierend, wenn bei Risiko der Spieler gewinnt, der taktisch unklug aber mit Würfelglück gewinnt. Einen Würfel werfen, kann schließlich jeder...
Aber wenn ein Spiel gut gemacht ist, wie Bluff oder 6 nimmt, aber auch Gambler oder Wissensspiele, dann können sie auch sehr viel Spaß bringen. Eine Ärgerkomponente wäre nicht schlecht, so wie beim alten Funkenschlag oder bei Putsch.

Was sind denn so eure Lieblingsspiele?

Micha: Puh, das ist Schwer. Unter den besten finden sich sicherlich: El Grande, Wallenstein, Friedrich, Bang!, 6 nimmt, Hazienda, Gambler, Bluff, Blokus und viele andere.
Verlage wie Hans im Glück, Amigo und Days of Wonder haben immer wieder herausragende Spiele. Aber auch Queen Games und Avalon Hill Spiele sind in der Regel sehr zu empfehlen. Und alea, 2F ...
Tim: Das wechselt irgendwie ständig. In letzter Zeit spielen wir gerne Manila, Niagara und Verflixxt. Aber "Klassiker" wie Carcassonne, Bohnanza, TransAmerica und vor allem Partyspiele wie Tabu und Activity werden immer wieder mal rausgeholt. Mein absolutes Lieblingsspiel ist Roborally, aber dafür finde ich hier leider nur selten Mitspieler.

Und bei all den vielen neuen Spielen, werden da auch noch alte Spiele gespielt? Also z.B. El Grande, Siedler, Torres, Tikal oder Carcassonne, etc.?

Micha: Aber ja. Es gibt ja so viele gute. Zum Abschluss am Mittwoch spielen wir zum Beispiel entweder 6 nimmt oder Cartagena. Aber auch andere alte gute Spiele kommen immer wieder auf den Tisch.

Was passiert eigentlich nach einer Rezi mit einem Spiel, z.B. einem sehr gut und einen schlecht bewertetem?

Micha: Die guten bleiben in der Wohnung im Spieleregal, damit man auch wieder an sie rankommt. Die schlechten wandern in den Keller. In Zukunft wollen wir auch einige, gute und weniger gute, verlosen. Natürlich will eigentlich keiner die "schlechten", klar. Aber es gibt so viele verschiedene Geschmäcker, vielleicht wird ein, von uns als schlecht gebrandmarktes Spiel, bei jemand anderem erst richtig eingeschätzt. In der Regel versuchen wir aber nur Spiele zu ordern, von denen wir denken, dass sie uns gefallen.

Was für Erfahrungen habt ihr mit den Verlagen gemacht?

Micha: Eigentlich nur positive. Einige Verlage melden sich nicht, oder sagen, ja, Sie bekommen Spiele, aber die kommen nie an. Nun, was soll's. Es gibt viele nette Verlage, die uns die Spiele gerne geben, da sie wissen, was sie an uns haben.
Eigentlich ist die Werbung durch eine Rezension, besonders, wenn das Spiel gut ist, nicht zu bezahlen. So ist ein oder auch mehrere Spiele ein kleiner Preis für eine gute Rezi, die 2 Wochen auf der Startseite steht. (Oder auch länger, wenn Tim es nicht schafft, die Seite zu aktualisieren...) ;-)
Tim: Manchmal gibt es schon Diskussionen, weil Bewertungen nicht ganz so positiv wie vielleicht erwartet oder gewünscht ausgefallen sind. Aber von den meisten Verlagen werden wir recht gut unterstützt.
Viel wichtiger sind mir persönlich da allerdings die Rückmeldungen unserer Besucher. Für die machen wir das hier ja schließlich und wenn da mal Sätze fallen wie "Bevor ich was kaufe, schau ich immer bei Euch" oder "Der Spieletipp war genau das Richtige" fallen, dann setzt man sich gern noch mal 'ne Stunde länger an den PC!

Wie oft kommt ihr in der Woche dazu Spiele zu spielen?

Micha: Mittwochs treffe ich mich mit Gerd, Burkhard und Dirk. In letzter Zeit kommt Immo gerne mal mit. Auch Malte wurde schon mal bei Gerd am Mittwoch gesehen. Dann spielen wir so 2 bis 3 Spiele. Am Wochenende oder am Montag treffen wir uns regelmäßig mit Jan und Sylvia und Immo. Auch hier verschleißen wir 2 bis 3 Spiele.
Tim: Kommt drauf an, es gibt Zeiten, da spiele ich mehrmals die Woche (das ist job-bedingt meist im Winter) und manchmal komm ich wochenlang nicht zum Spielen. Allerdings spiele ich fast täglich ein paar Internet-Partien Cartagena und TransAmerika.

Wie läuft eigentlich eine Rezension ab? Ihr spielt das Spiel, jeder sagt wie er es findet und du schreibst dann eine Zusammenfassung? Oder wie muß man sich das vorstellen?

Micha: Nun, wir spielen das Spiel in der einen Runde, dann noch einmal in der anderen und meistens das Gleiche noch mal, also 4 Mal mindestens. In der Regel sagen die Mitspieler was sie dem Spiel geben würden und was sie gut/schlecht finden. Ich mach mir dann Notizen, oder verwerfe es, wenn es blödsinnig ist (Dirk musste bei Zug um Zug Märklin unbedingt etwas Negatives an der Gestaltung finden, was er aber fand, war so unbedeutend, dass ich es gar nicht mehr weiß).
Am Ende habe ich aber das letzte Wort, da ich es ja bin, der schreibt. Natürlich bin ich für konstruktive Kritik immer offen.

Gehen die Meinungen in euren Runden auch mal extrem weit auseinander, sprich, du findest es klasse und Immo grauenvoll?

Michael PrösselMicha: Ja, sehr gutes Beispiel. Immo ist so ein Kandidat. Er beurteilt viele Spiele aus dem Bauch heraus. Das soll er auch, da viele Spieler das Gleiche tun. Wenn ich mit Gerd und Burkhard spiele, versuchen wir auch die gelungenen Seiten eines schwachen Spiels zu sehen. Immo verteufelt manche Spiele gerne. Aber so sind die Meinungen und wenn er mich überzeugen kann, dann bekommt so ein Spiel auch mal einen Stern weniger.
Ich denke unsere Gruppen sind sehr gut gemischt und geben ein gutes Bild über die gesamte Gruppe der Spieler wieder. Wenn Immo ein Spiel schlecht findet, das ich super finde, dann repräsentiert er damit nicht nur die Gruppe der Waldorfschüler, sondern sicherlich eine größere Gruppe an Spielern. Und diese sollen dann auch erfahren, dass das Spiel schlecht ist. Also werden auch extreme Meinungen respektiert. Nur manchmal, wenn ich denke, dass Immo wirklich daneben liegt, wird seine Meinung unter den Teppich gefegt. Das gleiche gilt natürlich auch für meine lieben anderen Mitspieler.

Micha, hast du auch mal eine Schreibblockade? Also dir eine Rezi einfach nicht gelingen will?

Hin und wieder liegen einige Spiele sehr lange an meinem Schreibtisch und wollen einfach nicht rezensiert werden. Da haben wir es schon oft genug gespielt, aber der Funke, der mich zur Rezi bringt, will einfach nicht kommen. Schreibblockade als solches habe ich noch nicht gehabt. Ich nehme dann einfach ein anderes Spiel und schreibe darüber. Ich denke aber, dass manche Rezis sehr gut und manche eher schlecht geworden sind, besonders die, zu denen ich mich zwingen musste. Eigentlich versuche ich jedem Spiel die gleiche Chance zu geben, eine gut geschriebene Rezi zu bekommen. Klappt leider nicht immer.

Sagt ihr auch mal: Nee, heut kann ich kein Spiel sehen?

Micha: Solche Tage gibt es. Wenn auch wenige. Manchmal lasse ich mich überreden, muss dann aber feststellen, dass die Auswahl für diesen Abend die falsche war. Dann folgt gerne auch mal eine Pause.
Tim: Viel zu oft! Ich bin da ja eher der Internet-Typ.

Bei dem ganzen gespiele, machen euch Spiele noch Spass bzw. die Arbeit an der Seite?

Micha: Natürlich! (Entrüst) Schreiben bringt Spaß, Spielen bringt Spaß beides zusammen ist ... herrlich. Hin und wieder gelingt es mir auch eine Perle zu schreiben, dann bin ich sehr zufrieden. (Beweihräucherung aus)
Mit der Zeit aber werden einige Spiele zu einfach. Wenn man so viel gespielt hat, wie wir, sind viele Spiele schnell durchschaut. Da kommen Spiele, die anders sind, nach anderen Mechanismen funktionieren sehr gut an. Vielleicht haben wir deshalb auch mal dem einen oder anderen Spiel einen Stern zu viel oder zu wenig gegeben, aber ... ich habe halt nur eine Meinung, ich versuche meine subjektive Meinung so objektiv wie möglich zu schreiben.

Welche anderen Hobbys habt ihr noch, oder heißt es: Spiele über alles?

Micha: Ich lese sehr gerne englische Bücher und deutsche Klassiker. Aber auch neue Romane wie Dan Browns "Da Vinci Code". Besonders aber Terry Pratchett und Robert Rankin im Original. Wenn ich mal nicht spiele, spiele ich ein wenig Gitarre, höre Die Ärzte oder David Bowie und Marilyn Manson. Computerspiele wie Civ 4 oder Hearts of Iron II und Spellforce sind sicherlich nicht von meinem Rechner wegzudenken.
Kochen ist auch sehr entspannend und, wenn etwas Gutes läuft, gerne auch Kino oder Theater. Momentan schauen wir uns mit Freunden freitags "24" an, danach "Scrubs" und "Coupling". Die meiste Zeit frisst aber leider die Arbeit.
Tim: Ne, es heißt: zuerst an den Computer, E-Mails checken, Rezis reinstellen, an der Seite basteln und schauen, was im Netz so los ist. Wenn dann noch Zeit bleibt, lese ich hin und wieder, segle (in letzter Zeit sehr wenig), schaue Filme und bin vor allem gern mit Freunden und Freundin zusammen (am besten in Verbindung mit einem guten Bier und einem guten Spiel).

Tim, da du ja für die Homepage zuständig bist, noch ein paar Fragen an dich.
Wieviel Zeit geht pro Woche in die Homepage?

Tim MeuterTim: Oh, das ist schwer zu sagen. Kommt halt immer darauf an, was gerade so ansteht. In den letzten Wochen war ich fast jede freie Minute mit dem Umbau auf PHP und der Datenbank beschäftigt. Das ging vor der Arbeit los und endete meist spät in der Nacht (da sitz ich am liebsten am PC, denn dann hat man seine Ruhe!). So viel ist natürlich nicht immer zu tun, aber es sind wohl durchschnittlich schon ein bis zwei Stunden pro Tag.

Wenn jetzt alles auf die neue Datenbank umgestellt ist, auf welches Projekt dürfen sich die Leser von MSMM dann freuen?

Tim: Nun ja, erstmal steht nun das Jubiläum an. Dann planen wir ja schon seit längerem einen Download-Bereich für Alternativ- und Kurzregeln... mal schauen, was daraus wird.
Ich persönlich hätte auch gern mal ein richtig schönes Logo für MSMM, da wird dann wohl demnächst mal ein Wettbewerb stattfinden und dann steht noch ein Projekt an, das bislang noch nicht klar definiert ist. Um nicht zu viel zu verraten, sei erstmal nur gesagt, das es dabei um den Ausbau unserer Community geht.

Tim, was hat die Leidenschaft am Internet geweckt?

Tim: Ich glaub, das waren die ersten Gästebucheinträge auf der Seite für meine Familie. Das es da draußen Leute gibt, die man auf so einfache Art erreichen kann, und die das, was man schreibt und bastelt, toll finden, ist das Größte. Auch heute noch!

Okay, eine letzte Frage an euch beide: Wie lange musstet ihr mal ohne Spiele(n) auskommen?

Tim: Wie oben bereits erwähnt, hab ich ein paar Jahre kaum gespielt (außer vielleicht mal ein paar Runden Skat oder so). Seit MSMM kommt sowas aber natürlich nicht mehr vor.
Trotzdem kann es schon mal ein zwei (Sommer-)Monate dauern, allerdings spiele ich dann dennoch immer im Netz.
Micha: Urlaube in Marokko und Ägypten sowie in China führten dazu, dass ich 2 bis 4 Wochen nicht gespielt habe. Solange ich aber in Hannover bin heißt es spielen, spielen, spielen. Ich denke Spiele bringen uns sehr viel. Sie stärken die sozialen Kompetenzen, halten geistig fit und führen zu sehr viel gutem Spaß. Es ist etwas anderes sich mit echten Menschen auseinander setzen zu müssen, als zum Beispiel mit der KI von Age of Empires.

Ich danke euch beiden, dass ihr euch Zeit für die Fragen genommen habt und hoffe, dass es für die Leser genauso interessant ist wie für mich!

Anja Vogel und Ralf Viereck      

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