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Spielregeln zu "Stiche ansagen"

  Ein nordfriesisches Spiel

"Stiche ansagen" nennen wir dieses Spiel. Wo anders mag es unter anderen Namen bekannt sein, Wizard von Amigo ist dem Spiel auch sehr ähnlich. Ich glaube, dass wir es zum ersten Mal vor ungefähr 10 Jahren spielten. Wer Skat kennt, hat leichte Vorteile dieses Spiel zu erlernen, da es viel Basiswissen voraussetzt.
Material:
Alles was man braucht sind zwei große Kartenspiele (2- As) ohne Joker und einen Block mit Stift.

Werte:
Die Reihenfolge der Werte ist: As, 10, König, Dame, 9,8, …2.
Buben sind immer Trumpf, hier gilt die Skatreihenfolge: Karo, Herz, Pik und Kreuz.
Werden im Laufe des Spiels zwei gleiche Karten in einer Runde gelegt, so gilt die erste immer als die höhere.
Es gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte erzielen konnte.

Spiel:
Es werden mehrere Runden in einem Spiel gespielt, in der ersten Runde bekommen alle Spieler nur eine Karte. Dann 3, 5, 7, 9 ,11,13 und in der letzten Runde 2 Karten.
Nachdem die Karten verteilt wurden, wird die oberste Karte vom Stapel aufgedeckt. Sie bestimmt den Trumpf. Ist es ein Bube, sind nur Buben Trumpf, ansonsten alle Buben und die aufgedeckte Farbe.
Dann müssen alle Spieler ansagen, wie viele Stiche sie bekommen. Der Spieler links vom Geber beginnt. Dieses wird jeweils unter den Namen notiert. Wer meint leer auszugehen, sagt eben 0 an. Ein Stich geht immer an den Spieler, der die höchste Karte gelegt hat. In der ersten Runde gibt es nur eine Stichrunde, dann 3, 5, … . Es gibt also eine maximale Anzahl an Stichen, die in einer Runde verteilt werden können.
Besonders spannend und lustig wird es, wenn die angesagte Anzahl der Stiche über oder unter der möglichen Anzahl liegt. So bekommen einige, oder ein, Spieler zu viele oder nicht genug Stiche.

Punkte-Wertung:
Es gilt immer:
im Falle des Erfolges: (Angesagte Stiche mal 2) +2
wenn man zuviel Stiche gesagt hat: -((erhaltene Stiche mal 2) +2)
wenn man zuwenig angesagt hat: -((Angesagte Stiche mal 2)+2)

Einige Beispiele:
Mathias hat 4 Stiche angesagt und auch bekommen: 4x2+2= 10 Punkte.
Carsten hat auch 4 Stiche angesagt, aber nur 3 bekommen: -(4x2+2)= -10 Punkte.
Ina hat 1 Stich angesagt, aber 3 bekommen: -(3x2+2)= -8 Punkte.

Taktische Hinweise:
Es lohnt sich an sich nicht anderen die Stiche wegzunehmen, wenn man glaubt noch welche zu bekommen. Manchmal lohnt es sich natürlich, zum Beispiel wenn Carsten 6 Stiche ansagt und ich 0, dann ist es besser doch einen zu bekommen, damit der liebe Carsten nicht 14 Punkte erhält. Wer 0 Stiche ansagt kann nach dieser Rechnung immer noch 2 Punkte erhalten, wenn er auch keine Stiche bekommt. Ein Kreuzbube ist in der Regel ein sicherer Stich, nur wenn man ihn spielen muss, da immer Bedienzwang herrscht, ganz wichtig, kann er schon einmal der zweite Kreuzbube in der Runde sein. Oder Asse. Eigentlich immer sicher. Nur wenn ein Spieler die Farbe nicht mehr hat, dann kann er ja stechen. Das war´s dann. Oder auch eine "2". Eigentlich kann man damit keinen Stich bekommen, nur, wenn keiner mehr die Farbe hat, und niemand stechen will, dann sieht die Sache schon anders aus.
Das Spiel bringt am meisten Spaß, wenn man in einer großen Runde spielt. So ab 6 Personen. Man kann auch mit mehr als 8 Spielern spielen, einfach ein drittes Kartenspiel hinzufügen. Es werden maximal 13 Karten pro Spieler benötigt, sowie dann noch eine um Trumpf anzuzeigen.
"Stiche ansagen" ist ein sehr lustiges Spiel, in dem "unverhofft kommt oft" äußerst oft und unverhofft zutrifft. Oft geht gar nichts so, wie man es sich gedacht hat. Wie oft sind uns schon sicher geglaubte Stiche nicht zugesprochen worden oder wir haben mit sicheren Luschen noch Stiche kassiert.

Wenn Sie noch weitere Regelvarianten oder andere Namen kennen, sowie Fragen haben, mailen Sie uns doch einfach, dann ergänzen wir diese Spielregel.


Kurzinfos

Stiche ansagen

Regeln von

Nils Kirsten, Carsten Köhn, Michael Prössel

Spieleranzahl

3-8

empf. Alter

ab 14

Spieldauer

ca. 15-30 Min.

Kommentare zum Spiel

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© 2001 - 2010 Michael Prössel