Das Geheimnis der Abtei

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Autor
Bruno Faidutti, Serge Laget
Verlag
Days of Wonder
Erscheinungsjahr
2003
Spieleranzahl
3 - 6
Dauer
ca. 60 - 90 Min.
Alter
ab 8 Jahren
Preis
ca. 35 €
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Das Geheimnis der Abtei - Brettspiel von Bruno Faidutti, Serge Laget

Mord im Kloster - Wer tötete Bruder Adelmo?

Gibt es andere Orte, die ruhiger als ein Kloster sind? Wenn ja, wenige. Aber was sich in diesem Kloster in der letzten Nacht zugetragen hat, ist unaussprechlich. Bruder Adelmo ist tot aufgefunden worden und alles deutet auf Mord hin. Aber kann es sein, dass ein Mönch einen Mord begeht? Absurd. Und dennoch: Da nur Mönche anwesend waren, muss es ja einer von ihnen gewesen sein. Der Abt bittet uns um unsere Unterstützung, das schwarze Schaf auszumachen. Nun denn Bruder Watson, versuchen wir unser Glück!

Das Kloster ist ein recht großer Ort. In den vielen Räumen kann man verschiedene Aktionen ausführen. Wie bei Cluedo bewegen die Spieler ihre Figur kreuz und quer durch die Abtei. Allerdings darf man sich maximal zwei Felder, also Räume, weit bewegen. Alle Spieler bekommen eine sehr schön gestaltete Liste der Verdächtigen. Jeder der 24 Verdächtigen ist eindeutig definiert: Name & Titel, Orden, Kapuze oder nicht, Bart oder nicht und dick oder dünn. So ist Whillem Abt, trägt eine Kapuze, ist dünn und hat einen Bart. Der Mann heißt übrigens wirklich so. Von den 24 Mönchen wird einer verdeckt gezogen und unter das Spielbrett gelegt. Dies ist der ruchlose Mörder. Je nach Spieleranzahl erhalten die Brüder und Schwestern verschieden viele Mönchskarten. So kann man von Vornherein bestimmte Mönche von der Liste streichen.

Das Geheimnis der Abtei - Deduktionsspiel von Bruno Faidutti und Serge LagetAlle Spieler starten in der Kapelle (Ecclesia). Hierher kehrt man nach einer Runde, vier Züge, immer wieder zurück. Außerdem muss man hier seine Buße leisten, wenn man zum Beispiel vergessen hat, die Glocke zu läuten. An die Kapelle ist die Krypta angeschlossen. Wer seinen Zug hier beendet, darf eine Kryptakarte nehmen und diese einsetzten, um einen Extrazug zu machen. In den Beichtstühlen liegen Würfel, die die Farbe eines Mönchs zeigen. So weiß man immer, wer als letzter gebeichtet hat. Bewegt sich ein Mönch in einen Beichtstuhl, so wird der Würfel auf seine Farbe gedreht und er darf eine Karte von dem Spieler ziehen, der vor ihm dort war. Natürlich darf man nicht zweimal hintereinander beichten. Im Hof und im Kreuzgang gibt es nichts zu sehen. Aber im Sprechzimmer, dem Parlatorium. Wer hier seinen Zug beendet, darf sich eine der nicht verteilten Mönchskarten nehmen. Gibt es keine mehr, darf man einen Spieler bitten, eine seiner Karten zu sehen. Allerdings muss man nach zwei Merkmalen fragen. Zum Beispiel: "Zeig mir einen Templer mit Bart." Begibt man sich in das Schreibzimmer (Scriptorium), darf man sich eine Scriptoriumkarte nehmen. Zeigt die Karte einen Stern, darf man die Karte geheim lesen und eventuell später einsetzen. Karten ohne Stern müssen laut vorgelesen und sofort ausgeführt werden. Die Bibliothek (Brbliotheca) darf nicht jeder betreten. Nur der Spieler, der die wenigsten Mönchskarten auf der Hand hält, darf eintreten. Außerdem muss mindestens ein Spieler mehr Karten besitzen. So kann man am Anfang, wenn alle Spieler gleich viele Karten haben, nicht in die Bibliothek. Die Karte der Bibliothek wird sofort laut vorgelesen und befolgt. Jeder Spieler darf im Verlauf des Spiels nur einmal diesen Ort betreten. Betritt man die Zelle eines anderen Mönchs, darf man ihm eine Karte stibitzen. Wer allerdings vom Bewohner der Zelle überrascht wird, muss die Karte wieder abgeben und Buße tun. Dazu zieht er sich in die Kapelle zurück und betet eine Runde lang um Vergebung.
Als letzten Raum gibt es den Kapitelsaal, auch als Capitulum unter Mönchen bekannt. Hier darf man Enthüllungen vornehmen, also kundtun, wodurch sich der Mördermönch auszeichnet. Zum Beispiel: "Der Mörder ist Templer!" oder "Der Mörder trägt einen Bart!". Enthüllungen müssen eindeutig sein. Da es drei Orden gibt, reicht es nicht zu sagen, "der Mörder ist kein Franziskaner". Auch Wiederholungen sind verboten. Wenn man eine Enthüllung macht, vermerkt man das auf seinem Zettel. Stimmt sie, erhält man am Ende zwei Punkte. Ist sie falsch, zählt es einen Punkt minus. Anschuldigungen sind konkret. So nennt man den Namen eines Mönchs von dem man glaubt, dass er es war. Kann kein Mitspieler die Karte des Mönchs aufdecken, ist der Mörder überführt und der Spieler, der die Anschuldigung machte, erhält vier Punkte.

Spielfiguren aus Das Geheimnis der AbteiImmer wenn man seinen Mönch in einen Raum bewegt, in dem ein oder mehrere andere Mönche stehen, darf man einem Mönch eine Frage stellen. Dieser kann, mit Hinweis auf sein Schweigegelübde, die Antwort verweigern. Sollte er aber antworten, muss es wahrheitsgemäß sein und er selbst darf dann auch eine Frage stellen.
Der Startspieler hat eine wichtige Aufgabe: Er bekommt die Messekarten. Diese geben an, in welcher Phase man sich in der Runde gerade befindet. Allerdings nur, wenn er seiner Pflicht, die Glocke von der 1 auf die 2, von der 2 auf die 3 und von der drei auf die 4 zu versetzen, nachkommt. Wird er dabei erwischt geschlafen zu haben, muss er in die Kapelle und Buße tun.
An sich gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte hat. Aber da kaum Enthüllungen gemacht werden, gewinnt in der Regel der Spieler, der den Mörder überführt.

"Das Geheimnis der Abtei" ist ein interessantes Spiel, das allerdings zu viel will. Es gibt 24 Mönche, die alle 5 Merkmale haben. Zwar darf man auch nach Merkmalen fragen, aber im Spiel macht das eigentlich keiner. Lieber frage ich reihum die Spieler nach einem bestimmten Mönch, oder warte darauf, dass am Ende einer Runde einige Karten nach links weitergegeben werden und was die Ereigniskarte sagt. So komme ich schneller voran, als wenn ich Caro frage, wie viele Mönche mit Bart sie auf der Hand hält. Nach der aktuellen Runde ist das sowieso hinfällig, da sie Karten weitergibt und neue erhält. In unseren Spielen haben wir nur am Anfang versucht, dem Spiel gerecht zu werden. Später merkt man einfach, dass es mehr bringt nach Namen zu fragen.
Die Punkteregel ist also für die Katz, aber sonst ist es ein schönes Spiel im Cluedo-Stil. Die Grafik ist sehr ansprechend, das Material sehr gut. Alles ist hochwertig, auch der Spielspaß. Die Liste der Verdächtigen ist vierfarbig und genauso liebevoll gestaltet wie der Spielplan oder die Karten.
Eigentlich gibt es keine Strategie, wie man gewinnen kann. Hin und wieder sollte man es ablehnen Fragen zu beantworten, um ein wenig zu bluffen. So konnte Andy uns alle im Unklaren lassen, wer es war, da er es schaffte eine Karte nicht vorzeigen zu müssen, bzw. weiterzugeben. Man glaubt es aber nicht, wie viele Mönche in einem Spiel Buße tun müssen. Immer wieder schlief der Messdiener ein und musste in die Kapelle. Alternativ darf man noch weitere Gründe einführen, warum man büßen muss. So passte Justus selten auf, drängelte sich bei den Zügen vor oder fragte dumme Fragen. Alles Gründe, Buße tun zu müssen! Wenn Sie also mit solchen schweren Sündern spielen, machen Sie ruhig harte Regeln, irgendwann muss man es ja mal lernen!

"Das Geheimnis der Abtei" bietet viel fürs Geld. Es hat einen hohen Wiederspielwert und kann nicht so schnell vorbei sein wie Cluedo. Besonders für sechs Spieler zu empfehlen!



Bewertungen im Detail

Strategie / TaktikBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
Glück / ZufallBewertungsstern Bewertungsstern
InteraktionBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
Anleitung / MaterialBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
SpielspaßBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
Preis / LeistungBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern

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© 2001 - 2016 Michael Prössel
Letzte Aktualisierung: 25.08.2016

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