Gloria Picktoria

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Autor
Alan R. Moon und Mick Ado
Verlag
Zoch
Erscheinungsjahr
2007
Spieleranzahl
2 - 5
Dauer
ca. 45 - Min.
Alter
ab 10 Jahren
Preis
ca. 10 €
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Diese Rezension wurde erstellt am: 2014-09-06

Gloria Picktoria - Kartenspiel von Alan R. Moon und Mick Ado

Ein ausgeflügeltes Kartensammelspiel

Überblick

Jeder legt vor sich nach und nach Reihen gleicher Karten aus. Bei den drei Wertungen gibt es Punkte für einzigartige Reihen, für die längste und die zweitlängste Reihe einer Sorte. Klingt einfach, ist es auch, aber dennoch spannend. Wer dran ist, muss drei Aktionspunkte verbrauchen. Sie eignen sich zum Ablegen von Karten aus der Hand, zum Aufnehmen neuer Karten und zum Versetzen des Fuchses. Wenn er bei einer Wertung auf einer Reihe steht, wird diese nicht in die Wertung einbezogen.

Wie funktioniert es?

Die zu sammelnden Karten zeigen Schmuckstücke und Wohnaccessoires. Gemäß der Zeichnung auf der Schachtel hat sich nämlich jedes Huhn wohnlich eingerichtet. Jeder Spieler stellt ein Huhn dar.

Ein ungewohntes Element stellt das Ablegen von Schatzkisten dar: Wer das tun möchte, zeigt die zur Schatzkiste umzufunktionierende Karte allen anderen und legt sie dann verdeckt vor sich ab. Die anderen dürfen sich merken, dass der Spieler Karten dieser Farbe wohl eher nicht sammelt. Das Ablegen einer Schatzkiste hat eine ähnliche Funktion wie des Werfen einer 6 beim Mensch ärgere dich nicht: Es ist die Start-Voraussetzung fürs eigentliche Spiel.

Pro Schatzkiste kann der Spieler nun gleiche Karten anlegen. Jede zeigt eins von 10 Motiven, und jedes Motiv ist neunfach vertreten. Da jeder zu Beginn ferner eine Verdopplungskarte erhalten hat, kann er auch diese anlegen und die Reihe damit abschließen.

In der Tischmitte liegen stets drei Karten offen aus. Wer lieber vom daneben bereitliegenden Nachziehstapel zieht, verbraucht dafür mehr Aktionspunkte. Seine Mitspieler können dann nur raten, welche Karten er wohl bevorzugt sammelt und welche eher nicht.

A propos Nachziehstapel: In diesen eingemischt finden sich zehn Wertungskarten. Wird die vierte, siebte oder zehnte davon aufgedeckt, folgt sofort eine Wertung, auch wenn der Spieler am Zug noch nicht alle drei Aktionspunkte eingesetzt hat. Liegen also bereits drei, sechs oder neun Wertungskarten aus, ist ein Spieler gut beraten, den Fuchs zu versetzen, bevor er Karten zieht. Das Versetzen des Fuchses auf eine Reihe des Nachbarn zur Linken ist zwar nach dem Zug kostenlos, was dazu führt, dass er fast immer bei dem Spieler landet, der als nächstes am Zug ist. Es kostet hingegen einen Aktionspunkt, den Fuchs während des Zuges auf eine andere eigene Reihe zu stellen, und sogar zwei, ihn während des Zuges zum Nachbarn zur linken schnüren zu lassen.

Material und Anleitung

Die Schachtel ist klein genug um bequem auf Reisen mitgenommen zu werden. Der Anleitung hätte eine größere Schrift gut getan. Zwischenüberschriften, Beispiele und fett gesetzte Stichworte erleichtern das Verstehen und das Nachschlagen. Es blieb beim Probespiel keine Frage offen.

Die nett gestalteten Karten sind groß und stabil. Praktischerweise wird jedes der zehn Motive vor einer anderen Hintergrundfarbe dargestellt. Somit fällt es allen leicht, auf einen Blick zu erkennen, welcher Mitspieler welche Karten sammelt.

Anstoß bei Tierrechtlern erregen Accessoires, die aus Füchsen hergestellt wurden – so trägt ein Huhn auf einigen Darstellungen einen Muff und einen Schal aus Fuchsfell, auf dem Fußboden liegt ein vollständiges Fuchsfell, und an der Wand hängt ein Fuchskopf als Jagdtrophäe. Der aus Holz gefertigte orange gefärbte Fuchs ist wegen seiner klare Silhouette nicht mit anderen Tieren verwechselbar.

Was macht den Reiz aus?

Das Abwägen, wann der Fuchs tunlichst versetzt werden sollte, ist ein taktisches Element. Das Aufdecken einer Karte vom Nachziehstapel, die ja vielleicht die entscheidende Wertungskarte sein kann, bringt Spannung ins Spiel. Den richtigen Zeitpunkt fürs Anlegen der Verdopplungskarte zu finden, ist eine der Herausforderungen: Wer es zu früh macht, hat vielleicht kaum Nutzen davon, weil die Reihe noch eher kurz ist und früher oder später von längeren Reihen der gleichen Farbe überholt wird. Wer es hingegen zu spät macht, bekommt bei den ersten Wertungen vielleicht weniger Punkte als möglich gewesen wären.

Wer versäumt, nach seinem Zug den Fuchs auf eine Reihe seines Nachbarn zur linken zu versetzen, sieht sich dem Spott der übrigen ausgesetzt.

Ein weiteres reizvolles Element ist die letzte der drei Wertungen: Für jede dann noch auf der Hand gehaltene Karte gibt es einen Punkt Abzug, für jede ohne angelegte Karte gebliebene Schatzkiste sogar zwei.

Nun ist Reiz ja ein dehnbarer Begriff: Manche finden Kalauer dämlich, andere fühlen sich davon ausgesprochen gut unterhalten. Die auf der Rückseite der Karten abgebildete Schatztruhe ist beschriftet mit "Golden Ei"; der Titel des Spiels und der Untertitel "ein ausgeflügeltes Kartensammelspiel" sind ebenfalls nicht frei von Wortspielereien. Besonders dick aufgetragen ist die Bezeichnung der Wertungskarten als "Dschingis Hahn" sowie die entsprechende Gestaltung dieser Karten. Dass der Hersteller es auf Schmunzel-Effekte und auf Kinder als Zielgruppe abgesehen hat, zeigt sich auch auf der ersten Seite der Spielregel: Sie listet vorbildlich bebildert auf, was alles dazugehört, und als letzter Aufzählungspunkt wird auch die Spielregel erwähnt: "... und falls Du es noch nicht gemerkt hast: diese Spielregel! PS: Liegt diese Spielregel nicht bei, melde Dich bitte beim Verlag!"

Resümee

Wer Pech hat, zieht über mehrere Runden keine weiteren Karten der Farbe, in der er bereits eine Sammlung begonnen hat, und auch keinen der wenigen Joker. Aber diese Portion Glücksfaktor ist wohl akzeptabel. Auch wenn die Zielgruppe eher Kinder sein dürften, hat uns das einfache, schnelle und kurzweilige Gloria Picktoria gefallen – wir haben jedenfalls beim Probespielen durchaus gegackert.

Dirk Bake

Kaufkriterien

Sie sollten Gloria Picktoria nicht kaufen,
wenn Sie:

- alle Spiele brauchen, in denen als zentrale Elemente Hühner oder Füchse dargestellt sind oder die einen Anklang an James Bond mit sich bringen, - Wortspielereien nichts abgewinnen können,
- noch ein Spiel für einen weniger anspruchsvollen, aber dennoch unterhaltsamen Ausklang einer Runde brauchen, - Mitleid mit erlegten und zu Accessoires verarbeiteten Füchsen empfinden,
- über einen "Sinn für Albernheiten" verfügen, wie Peter Frankenfeld es vor langem formuliert hat, oder sich ab und zu gern mal wieder wie ein Kind fühlen. - sich nicht auf die kindische Vorstellung einlassen möchten, dass Hühner sich kleiden und mit Schmuck umgeben sowie in einer von Menschen gewohnten Behausung wohnen – und überhaupt wenn Sie ausschließlich realistische Motive sehen wollen.

Bewertungen im Detail

Strategie / TaktikBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
Glück / ZufallBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
InteraktionBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
MaterialBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
AnleitungBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
SpielspaßBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern
Preis / LeistungBewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern Bewertungsstern

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© 2001 - 2016 Michael Prössel
Letzte Aktualisierung: 25.08.2016

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